2011-10-28 16:33
2011-11-23 16:33 von Stefan Ulbricht
Augsburg (pr) – „Eine ,scharfe Wittwe’ probiert man nicht jeden Tag“, schmunzelt Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, und beist in eine Wurst mit Chili. Er ist Vorsitzender bei der 30. f-Qualitätsprüfung des Verbandes in der Fleischerschule Augsburg. Hier lassen die bayerischen Metzger ihre Produkte auf Herz und Nieren, aber vor allem auf den Geschmack prüfen.
„Das bayerische Metzgerhandwerk hat sein Können wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, freute sich Schlagbauer bei der Abschlussbesprechung der zweitägigen Prüfung. 55 Prozent der 905 eingesandten Proben aus dem Freistaat erreichten die Höchstpunktzahl und damit Gold. Weitere 31 Prozent konnten mit Silber und 14 Prozent mit Bronze ausgezeichnet werden. Wichtig sei vor allem die Vielfalt der eingesandten Waren. Produkte wie „Metzgerschinken mit Karamellüberzug“ oder „Ananas-Pfeffer-Schinken“ würden die Kreativität des Handwerks zeigen.
Die Produkte wurden von Sachverständigen in der Fleischerschule Augsburg geprüft, nachdem alle Hinweise auf den Hersteller entfernt worden. Die Prüfteams setzten sich aus Metzgermeistern und Veterinären zusammen. Voraussetzung ist ein Prüferausweis, dem wiederum einen Lehrgang vorausgeht. Nach dieser sensorischen Prüfung in der Fleischerschule, findet noch eine mikrobiologische Prüfung in einem Labor statt. Dort werden die Produkte auf Keime, zum Beispiel Salmonellen untersucht.
Das Besondere an der f-Qualitätsprüfung ist die Neutralität. Während bei anderen Prüfungen gezielt für den Wettbewerb produziert werden kann, ist dies bei der f-Prüfung nicht möglich. Die Fleischer-Fachgeschäfte melden ihre Produkte zwar für Prüfung an, wissen aber nicht, wann diese stattfindet. „Die Proben werden dann kurzfristig telefonisch abgerufen und müssen deshalb aus der laufenden Produktion genommen werden“, so Svenja Fries, die technisch-technologische Beraterin des Verbandes.