2012-02-26 20:00
2011-10-28 16:33
2012-02-26 20:00
„Sie als Handwerksmetzger bestehen täglich vor der strengsten Jury, Ihren Kunden“, unterstrich Staatsminister Dr. Marcel Huber vor ca. 600 Gästen in der Neusässer Stadthalle. Mit Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer zeichnete er dort die erfolgreichen Teilnehmer der 30. f-Qualitätsprüfung aus.
281 bayerische Fleischer-Fachgeschäfte hatten sich mit 905 Produkten beteiligt. Viele Betriebe wurden für die 25-malige Teilnahme an der Prüfung geehrt. An allen 30 Prüfungen hat die Metzgerei von Gunther Kühle aus Weißenhorn teilgenommen.
„Ein hervorragendes Ergebnis, das unseren Anspruch zeigt, die Besten zu sein“, so fasste Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer die Ergebnisse der 30. f-Qualitätsprüfung zusammen. 55 Prozent der Proben konnten mit Gold, 31 Prozent mit Silber und 14 Prozent mit Bronze bewertet werden. Dies zeige, dass handwerkliche Qualität vom „Original“ nicht ersetzbar sei.
Im Rahmen der Prüfung wird traditionell ein Sonderwettbewerb abgehalten. Heuer ging es um gekochten Hinterschinken. Die Metzgerei von Franz-Xaver Rittel aus Adelsried bei Augsburg erhielt den Siegerpokal. Der zweite Platz ging an die Metzgerei von Thomas und Karin Bögerl. Jürgen Kleber freute sich über den dritten Platz.
Dass das Thema Qualität beim Verbraucher durchaus kritisch hinterfragt wird, könne für das Fleischerhandwerk nur von Vorteil sein, so Schlagbauer. Eine ehrliche und transparente Diskussion über Lebensmittel stehe schon lange aus, denn die Wünsche und Ansprüche derVerbraucher stünden im Gegensatz zu ihrem Einkaufsverhalten. Im Mittelpunkt der Kundenwünsche stehen Regionalität und Nachhaltigkeit. Trotzdem würde oft zu Bioprodukten gegriffen, die mehrere Tage auf See unterwegs waren, ärgerte sich der Landesinnungsmeister. Hier gelte es, auf beiden Seiten einen Umdenkprozess anzustoßen. Eine Aufklärung der Verbraucher sei nötig „und zwar nicht nur auf dem Etikett, wie es die Industrie gerne hätte“.
Die Fleischer-Fachgeschäfte müssten die Öffentlichkeit suchen und zeigen, dass sie die hohen Ansprüche der Verbraucher schon seit langem erfüllen. Kritisch äußerte sich Georg Schlagbauer zum Thema Landesentwicklungsplan und forderte von Staatsminister Huber: „Lassen Sie unsere Innenstädte nicht veröden. Wenn alles auf die Grüne Wiese zieht, gibt es in den Zentren bald nur noch Banken und Anwälte.“
Festredner Dr. Marcel Huber unterstrich: „Auch wir sind daran interessiert, die Innenstädte lebenswerter zu machen und da gehört ihr Handwerk dazu.“ Der Staatsminister lobte die „hohe Handwerkskunst“, die die Teilnehmer der f-Prüfung bewiesen hätten. Als Tierarzt könne er die hohe Wertigkeit des Qualitätswettbewerbes einschätzen. So garantiere die kurzfristige Probennahme, dass nicht extra für die Prüfung produziert werde, sondern alles aus der laufenden Produktion stamme. „Eine Auszeichnung hier und heute ist wirklich etwas wert!“
Das Metzgerhandwerk trage mit seiner hohen Qualität entscheidend dazu bei, dass Bayern ein Genussland sei, das andere Regionen schätzen und beneiden. „Unsere kulinarische Vielfalt ist in Deutschland oder gar in Europa nicht selbstverständlich.“ Das sei ein Verdienst der bayerischen Lebensmittelhandwerke.
2011-10-28 16:33
Ein aus Fleischstücken zusammengeklebter Braten darf einem Urteil zufolge nicht Schweinebraten heißen. Verbraucher erwarteten bei der Bezeichnung "Schweinebraten" ein "im natürlichen Zusammenhang belassenes" Stück Fleisch - und nicht eines, das aus mehreren Stücken zusammengeklebt werde, begründeten die Richter des Berliner Verwaltungsgerichts ihr Urteil.
Entsprechend sei die Bezeichnung tatsächlich irreführend. Ein Berliner Unternehmen verwendet Schweinefleisch-Stücke und spritzt dort Kochsalz-Lake hinein. Danach wird das Fleisch getumbelt - das heißt für mehrere Stunden gewälzt. Dadurch wird das Fleisch zarter, zugleich wird Eiweiß freigesetzt. Anschließend werden die Fleischstücke in einer Dose gegart, wobei sie sich dank des Eiweißes verbinden. Zum Schluss wird das Fleisch in Scheiben geschnitten und für Fertiggerichte verschiedener Hersteller verwandt.
2011-10-04 16:33
Kennzeichnung auf Lebensmitteln verbessert
Die Lebensmittelkennzeichnung in der europäischen Union (EU) wurde überarbeitet. Auf der Verpackung müssen bereits Hinweise auf die Relevanz von Fett-, Zucker und anderen Inhaltsstoffen gegeben werden. Dem Verbraucher helfen diese Hinweise allerdings nicht viel weiter.
Auf diese Kritik hat die EU nun reagiert und eine neue Verordnung zur Lebensmittelkennzeichnung auf den Weg gebracht. Allerdings wird die Wirkung der neuen Lebensmittelkennzeichnung erst im vollen Umfang ab 2014 wirksam werden, da die Lebensmittelindustrie eine lange Übergangszeit benötigt. Dann soll man als Verbraucher alle relevanten Angaben zu Fett, Zucker, Salz, Kohlehydraten und dem Kaloriengehalt besser als bisher von der Verpackung ablesen können. Begrüßt wird allgemein, dass umstrittene Produkte wie Klebefleisch demnächst klarer gekennzeichnet werden müssen.
Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner kommt zu einer positiven Einschätzung der neuen EU-Regeln zur Lebensmittelkennzeichnung. Nun werde ein Prozess in Gang gesetzt, bei dem am Schluss die Verbraucher besser als bisher die Auswahl im Supermarkt treffen könne. Allerdings ist auf dem langen Wege einer EU-Kennzeichnung von Lebensmitteln noch viel zu leisten, weil etliche Details noch nicht festgelegt sind. Dies betrifft vor allem die Lesbarkeit und die Festlegung von Portionsgrößen, die bei der Berechnung der Angaben auf den Verpackungen zu Grunde zu legen sind. Doch bereits jetzt kommen Kritiker zu der Einschätzung, dass sich beim Projekt EU-Kennzeichnung von Lebensmitteln die Lobbyarbeit der Lebensmittelindustrie zu stark durchgesetzt habe.