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Kritik an Aussagen des DGB

Schlagbauer: Wer - wenn nicht Meister - können Lehrlinge kompetent ausbilden?

„In den handwerklichen Metzgereien zählt die Ausbildung seit Jahrhunderten zu den Kernkompetenzen. Wer - wenn nicht ein Meister – kann Lehrlinge kompetent ausbilden“, fragt Georg Schlagbauer. Der Landesinnungsmeister des bayerischen Metzgerhandwerks ärgert sich über die Aussagen des Deutschen Gewerkschaftsbundes, dass die Betriebe des Lebensmittelhandwerks „nicht ausbildungsfähig“ wären. Damit treffe der DGB nicht nur die Branche, sondern auch die Azubis, die sich für einen zukunftssicheren Job im Lebensmittelhandwerk entschieden haben.

Handwerksmeister sind traditionell Respekts- und Vertrauenspersonen. Genau aus diesem Grund werden ihnen junge Menschen zur Ausbildung anvertraut. „Diese Verantwortung nehmen die bayerischen Metzgereien sehr ernst“, unterstreicht Georg Schlagbauer, der am Münchner Viktualienmarkt eine Metzgerei betreibt und im Stadtrat der Landeshauptstadt sitzt.

Die Aussage des DGB könne man daher nicht so stehen lassen. Dieser erklärt unter anderem, dass die Abbrecherquote in den Lebensmittelhandwerken sehr hoch sei. Dafür gibt es allerdings laut Landesinnungsmeister eine einfache Erklärung: „Die handwerklichen Metzgereien vor Ort  nehmen ihre soziale Verantwortung wahr und bieten auch schwächeren Jugendlichen die Möglichkeit, eine Lehre zu beginnen.“ Diese würden durch die familiäre Anbindung in den Betrieben oft bis zum Abschluss geführt und erhalten dann einen festen Platz im Unternehmen und damit die Option auf ein sorgenfreies Leben.  Da in den handwerklichen Fachbetrieben Meister die Ausbildung vornehmen, sei eine hohe Qualität gewährleistet, fügt Schlagbauer an.

Der Landesinnungsmeister weist weiterhin darauf hin, dass er im Münchner Stadtrat bereits einen Vorschlag zur besseren Betreuung der Lehrlinge eingebracht habe. Betreuer sollten die Auszubildenden in den ersten Monaten begleiten und unterstützen. Dies sei in der Landeshauptstadt von der DGB-nahen SPD-Fraktion abgelehnt worden.

Im Gegensatz zur DGB-Expertise sieht Schlagbauer in den hohen Abbruchzahlen kein Indiz für die schwindende Attraktivität der Ausbildungsberufe. Viele Auszubildende hätten aufgrund der Vermittlung ein falsches Bild vom Beruf und würden sich deshalb nicht bewerben. „Ein Attraktivitätsproblem haben wir nicht, aber an unserem Image müssen wir arbeiten!“ Durch den Einsatz moderner Maschinen und den Umgang mit gesunden Lebensmitteln sowie der Ernährungsberatung habe sich das Berufsbild schon lange gewandelt, so der Landesinnungsmeister.

Aufklärung – aber nicht auf dem Etikett

Festveranstaltung zur 30. f- Qualitätsprüfung in Neusäß

„Sie als Handwerksmetzger bestehen täglich vor der strengsten Jury, Ihren Kunden“, unterstrich Staatsminister Dr. Marcel Huber vor ca. 600 Gästen in der Neusässer Stadthalle. Mit Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer zeichnete er dort die erfolgreichen Teilnehmer der 30. f-Qualitätsprüfung aus. 281 bayerische Fleischer-Fachgeschäfte hatten sich mit 905 Produkten beteiligt. 

„Ein hervorragendes Ergebnis, das unseren Anspruch zeigt, die Besten zu sein“, so fasste Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer die Ergebnisse der 30. f-Qualitätsprüfung zusammen. 55 Prozent der Proben konnten mit Gold, 31 Prozent mit Silber und 14 Prozent mit Bronze bewertet werden. Dies zeige, dass handwerkliche Qualität vom „Original“ nicht ersetzbar sei.
Dass das Thema Qualität beim Verbraucher durchaus kritisch hinterfragt wird, könne für das Fleischerhandwerk nur von Vorteil sein, so Schlagbauer.

Eine ehrliche und transparente Diskussion über Lebensmittel stehe schon lange aus, denn die Wünsche und Ansprüche derVerbraucher stünden im Gegensatz zu ihrem Einkaufsverhalten. Im Mittelpunkt der Kundenwünsche stehen Regionalität und Nachhaltigkeit. Trotzdem würde oft zu Bioprodukten gegriffen, die mehrere Tage auf See unterwegs waren, ärgerte sich der Landesinnungsmeister. Hier gelte es, auf beiden Seiten einen Umdenkprozess anzustoßen. Eine Aufklärung der Verbraucher sei nötig „und zwar nicht nur auf dem Etikett, wie es die Industrie gerne hätte“.

Die Fleischer-Fachgeschäfte müssten die Öffentlichkeit suchen und zeigen, dass sie die hohen Ansprüche der Verbraucher schon seit langem erfüllen. Kritisch äußerte sich Georg Schlagbauer zum Thema Landesentwicklungsplan und forderte von Staatsminister Huber: „Lassen Sie unsere Innenstädte nicht veröden. Wenn alles auf die Grüne Wiese zieht, gibt es in den Zentren bald nur noch Banken und Anwälte.“



Festredner Dr. Marcel Huber unterstrich: „Auch wir sind daran interessiert, die Innenstädte lebenswerter zu machen und da gehört ihr Handwerk dazu.“ Der Staatsminister lobte die „hohe Handwerkskunst“, die die Teilnehmer der f-Prüfung bewiesen hätten. Als Tierarzt könne er die hohe Wertigkeit des Qualitätswettbewerbes einschätzen. So garantiere die kurzfristige Probennahme, dass nicht extra für die Prüfung produziert werde, sondern alles aus der laufenden Produktion stamme. „Eine Auszeichnung hier und heute ist wirklich etwas wert!“


Das Metzgerhandwerk trage mit seiner hohen Qualität entscheidend dazu bei, dass Bayern ein Genussland sei, das andere Regionen schätzen und beneiden. „Unsere kulinarische Vielfalt ist in Deutschland oder gar in Europa nicht selbstverständlich.“ Das sei ein Verdienst der bayerischen Lebensmittelhandwerke.

30. f-Qualitätsprüfung des Fleischerverbandes

Gold für Bayerns Metzger

Augsburg (pr) – „Eine ,scharfe Wittwe’ probiert man nicht jeden Tag“, schmunzelt Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, und beist in eine Wurst mit Chili. Er ist Vorsitzender bei der 30. f-Qualitätsprüfung des  Verbandes in der Fleischerschule Augsburg. Hier lassen die bayerischen Metzger ihre Produkte auf Herz und Nieren, aber vor allem auf den Geschmack prüfen. 

„Das bayerische Metzgerhandwerk hat sein Können wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, freute sich Schlagbauer bei der Abschlussbesprechung der zweitägigen Prüfung. 55 Prozent der 905 eingesandten Proben aus dem Freistaat erreichten die Höchstpunktzahl und damit Gold. Weitere 31 Prozent konnten mit Silber und 14 Prozent mit Bronze ausgezeichnet werden. Wichtig sei vor allem die Vielfalt der eingesandten Waren. Produkte wie „Metzgerschinken mit Karamellüberzug“ oder „Ananas-Pfeffer-Schinken“ würden die Kreativität des Handwerks zeigen.

Die Produkte wurden von Sachverständigen in der Fleischerschule Augsburg geprüft, nachdem alle Hinweise auf den Hersteller entfernt worden. Die Prüfteams setzten sich aus Metzgermeistern und Veterinären zusammen. Voraussetzung ist ein Prüferausweis, dem wiederum einen Lehrgang vorausgeht. Nach dieser sensorischen Prüfung in der Fleischerschule, findet noch eine mikrobiologische Prüfung in einem Labor statt. Dort werden die Produkte auf Keime, zum Beispiel Salmonellen untersucht. 

Das Besondere an der f-Qualitätsprüfung ist die Neutralität. Während bei anderen Prüfungen gezielt für den Wettbewerb produziert werden kann, ist dies bei der f-Prüfung nicht möglich. Die Fleischer-Fachgeschäfte melden ihre Produkte zwar für Prüfung an, wissen aber nicht, wann diese stattfindet. „Die Proben werden dann kurzfristig telefonisch abgerufen und müssen deshalb aus der laufenden Produktion genommen werden“, so Svenja Fries, die technisch-technologische Beraterin des Verbandes.

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Kulinarische Tradition mit Zukunft

Ausbildung im Fleischerhandwerk bietet viele Perspektiven
„Perspektiven kann man jungen Leuten geben und nehmen – wir aber geben den Auszubildenden eine sichere Zukunft mit vielen Perspektiven“, unterstreicht Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister der bayerischen Metzger. Der Münchner Stadtrat und Metzgermeister weiß, dass die Lebensmittelhandwerke und damit auch die Berufe Fleischer und Fachverkäuferin wieder mehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen.

Die Lehrstellensituation sieht er als Herausforderung für die Betriebe seines Handwerks, denn er rechnet mit ca. 400 freien Stellen.Nach einer Ausbildung im Fleischerhandwerk stünden die Chancen gut, vom Lehrbetrieb übernommen zu werden. Außerdem gebe es zahllose Möglichkeiten, die Karriereleiter weiter nach oben zu klettern. „Die Richtungen sind vielfältig und gehen von der Selbstständigkeit nach der Meisterausbildung über die Arbeit als Koch bis hin zur Weiterbildung im Veterinärbereich oder einem Studium“, meint Schlagbauer. Die Verkäuferinnen könnten nach der Ausbildung nicht nur in der Metzgerei, sondern auch in anderen Verkaufsstellen oder Küchen arbeiten. Die Ausbildung sei deshalb in den letzten Jahren auch anspruchsvoller geworden.

Das Image des Berufes habe sich positiv geändert, da das Lebensmittel Fleisch und der Umgang damit immer wieder in den Medien zu finden sei. Es stünden nicht mehr nur das Essen an sich, sondern die korrekte Herstellung und der kulinarische Genuss sowie eine entsprechende Beratung im Mittelpunkt des Einkaufs. Die Verantwortung der Produzenten habe deshalb zugenommen und die Wertschätzung des Berufsbildes sei gestiegen: „Man spricht nicht umsonst vom Metzger des Vertrauens“, erklärt Georg Schlagbauer.

„In unseren Familienbetrieben werden deshalb Spezialisten ausgebildet“, hebt der Metzgermeister hervor, der stolz auf seinen Berufsstand ist. Das Fleischerhandwerk gehöre zu den ältesten Handwerksberufen überhaupt und verbinde heute die modernen Ansprüche und Ernährungswünsche der Kunden mit traditionellen Rezepten und Herstellungsweisen.

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Internetportal www.lebensmittelklarheit.de

Die Verbraucher nicht weiter verunsichern
Als „Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnet der Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, Georg Schlagbauer, das Internetportal www.lebensmittelklarheit.de der Bundesverbrauchschutzzentrale. 

„Hier wird dem kritischen Verbraucher die Möglichkeit gegeben, sich über die industriell gefertigten Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe zu informieren. In den handwerklichen Metzgereien brauchen die Kunden allerdings kein Internet, denn hier kann man einfach an der Theke nachfragen.“ 

Die Verunsicherung der Verbraucher beim Lebensmitteleinkauf wachse stetig, gibt Metzgermeister Schlagbauer zu bedenken. Viele Skandale der Lebensmittelindustrie lassen die Sorge wachsen, minderwertige oder sogar die Gesundheit schädigende Waren zu kaufen oder bewusst falsch informiert zu werden. „Der Drang nach immer billigeren Produkten zwingt die Industrie zu einem billigen Einkauf. Dementsprechend setzten sich dann auch die Waren zusammen“, erklärt Schlagbauer. Die handwerklichen Metzger dagegen würden auf regionale Produkte und Kreisläufe setzen und sich nicht am Weltmarkt mit günstigen Rohstoffen eindecken.

Die neue Lebensmittelkennzeichnungsverordnung der Europäischen Union setze nun strenge Maßstäbe. „Die Verbraucher sollen nicht mehr so leicht in die Irre geführt werden können, indem nur bestimmte Angaben zu einem Produkt gemacht werden“, so Schlagbauer. Während die Industrie nun nach Maßnahmen sucht, um die Verbraucher zu beruhigen und dazu sogar Telefon-Hotlines einrichten möchte, sieht Schlagbauer das bayerische Fleischerhandwerk gut gerüstet: „Bei uns steht das Gütesiegel nicht auf der Verpackung, sondern hinter der Theke!“ In den Fachgeschäften könne man sich umfassend bei geschultem Fachpersonal über die frischen Produkte und deren Herkunft informieren.