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Pressemitteilungen

Einkauf beim Metzger 2.0

Bayerische Metzger tagen in Würzburg – Tierwohl im Fokus

„Unser Handwerk ist im Wandel. Wir sind Genusshandwerker“, unterstrich Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, im Rahmen des 1. Fleischer-Fachkongresses in Würzburg. Im Mittelpunkt standen unter anderem Themen wie Tierwohl, die Digitalisierung sowie der Nachwuchs- und Fachkräftemangel.

In Würzburg zeigten die bayerischen Fleischer diesen Wandel auch nach außen, denn aus dem traditionellen Verbandstag wurde ein Fachkongress, der sich mit aktuellen Themen und Trends beschäftigte. Als Gäste konnten unter anderem Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, sowie Dr. Lothar Semper, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Handwerkskammertages, begrüßt werden. Georg Schlagbauer machte deutlich, dass der Wandel in den Betrieben längst begonnen habe, der Nachwuchs- und Fachkräftemangel diesen aber leicht ausbremse. Genau hierfür sei ein solcher Wandel aber unverzichtbar, denn das Image des Handwerks stehe bei der Berufswahl ebenso im Fokus. „Es macht Spaß Metzger zu sein und das müssen wir auch zeigen!“ Er forderte von Politik und Verbraucherschutzverbänden eine intensive Zusammenarbeit mit den Metzgern, denn „Verbraucherschutz mit Maß und Ziel, der die Kunden in ihrer Kaufentscheidung wirklich unterstützt muss das Ergebnis sein“. Das Thema Tierwohl dürfe nicht zum Marketingwerkzeug verkommen, so Schlagbauer.

Die Veränderungsprozesse in der Metzgerei sprach auch Anselm Bilgri an. Der ehemalige Cellerar des Klosters Andechs, der heute Wirtschaftsunternehmen berät, machte deutlich, dass der Wandel das Normale ist. „Die Erhaltung des Stillstandes kostet die Betriebe mehr Kraft und Ressourcen als das Gehen mit der Zeit.“ Zum Nachdenken regte auch Prof. Dr. Dr. Manfred Gareis von der Ludwig-Maximilian-Universität in München in seinem Vertrag an. Er referierte über das Thema Tierwohl und riet den handwerklichen Betrieben bei ihren hohen Standards zu bleiben und die regionalen Kontakte zu den Landwirten zu pflegen. Das sei einer der besten Beiträge, den man zum Tierwohl leisten könne. So könne man sich vom Discounter oder Supermarkt absetzen.

Georg Schlagbauer machte daher deutlich, dass der Verbraucher mit seiner Kaufentscheidung vieles in der Hand habe, „denn auch in Zeiten der Digitalisierung ist der Metzger des Vertrauens die beste Wahl, ob an der Theke, am Automaten, auf dem Markt oder im Internet. Das Metzgerhandwerk 2.0 sorgt weiter für Genuss!“

 

Genussvolle Bestleistung

Bayerns bester Fleischernachwuchs kommt aus Schwaben

„Landessieger im Fleischerhandwerk 2015“ - Diesen Titel dürfen Metzger Florian Wollmann und Fachverkäuferin Ramona Hampp jetzt tragen. Beide vertraten den Regierungsbezirk Schwaben beim Kampf des bayerischen Fleischernachwuchses.

Ramona Hampp (Ausbildungsbetrieb Fritz Blösch jun. in Krumbach) und Florian Wollmann (Metzgerei Wollmann in Augsburg) freuten sich über den Erfolg und werden Bayern beim Bundesleistungswettbewerb in Travemünde vertreten, der Anfang November stattfindet. Beide hatten in den letzten Monaten viele Titel gesammelt. Sie wurden unter anderem als Innungsbeste und Kammersieger ausgezeichnet.

Der zweitägige Wettkampf auf Landesebene, dem sich sechs Verkäuferinnen sowie vier Metzger und eine Metzgerin stellten, fand in der Fleischerschule Augsburg statt. Es traten die Kammersieger aus den bayerischen Regierungsbezirken an und demonstrierten, was modernes Fleischerhandwerk heute alles können muss. Zu den Aufgaben gehörte beispielsweise Platten legen, das Bestimmen von Fleisch-Teilstücken und Vorschläge für ihre Verarbeitung, das Zerlegen, ein Verkaufsgespräch sowie das Herrichten eines Bratens.

„Dass sie die besten ihres Regierungsbezirkes sind, kann man an ihren Arbeiten sehen“, unterstrich Anton Schreistetter, Organisationsleiter der Fleischerschule Augsburg. Er betonte aber auch, dass ein solcher Wettkampf die eigenen Ecken und Kanten zeige, an denen man noch arbeiten müsse. Nur mit „Arbeit in Perfektion“ könne man heute am Markt bestehen. Fort- und Weiterbildung seien hier nicht zu vernachlässigen.

Den Wettbewerb bezeichnete der Organisationsleiter als fair. Es habe keine Rivalität unter den Teilnehmern gegeben sondern eine Gruppendynamik, die alle zu Höchstleistungen getrieben habe.

 

„Wir produzieren Lebensqualität“

Bayerischer Fleischerverbandstag in Fürstenfeldbruck

„Der goldene Boden unseres Handwerks liegt nicht im Büro, sondern in der Wurstküche“, unterstrich Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern beim Verbandstag der bayerischen Metzger in Fürstenfeldbruck. Ehrengast war Staatsministerin Ulrike Scharf, verantwortlich für Umwelt und Verbraucherschutz im Freistaat.

Ministerin Scharf stellte die Bedeutung der Metzger für den Freistaat heraus und betonte: „Dass Bayern ein Wurstparadies ist, ist allein Ihr Verdienst.“ Das berechtigte Vertrauen der Kunden in die handwerklichen Betriebe sei die Stärke der Innungsmetzger. Hiermit sollten Kunden gebunden werden. „4100 bayerische Metzger produzieren täglich Lebensqualität“, informierte denn auch Georg Schlagbauer, unterstrich allerdings: „Wenn man uns lässt!“

Unter starkem Applaus der Delegierten erklärte er: „Der goldene Boden unseres Handwerks liegt nicht im Büro, sondern in der Wurstküche!“ Steigende bürokratische Belastungen wie das Mindestlohngesetz oder „überzogene Dokumentationspflichten“ führten zu einem Generalverdacht gegen Unternehmer. „Wir werden nicht mehr als diejenigen gesehen, die unsere Wirtschaft am Laufen halten. Unternehmer werden als potenziell gefährlich eingestuft und müssen deshalb mit Vorschriften gebändigt und umfassend überwacht werden.“

Der Präsident des Deutschen Fleischerhandwerks, Heinz-Werner Süss, sprach in einem Grußwort die Nachwuchssorgen des Fleischerhandwerks an und forderte ein verstärktes Engagement der Betriebe. Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner äußerte ebenfalls Unverständnis über die bürokratischen Belastungen und forderte, verschärft die Großbetriebe und nicht die Metzgereien zu kontrollieren. In der Nachwuchsdebatte solle man sich verstärkt um die Flüchtlinge kümmern, riet sie. Das betonte auch Erich Raff, zweiter Bürgermeister der Stadt Fürstenfeldbruck. Das Metzgerhandwerk biete sichere und gute Arbeitsplätze, dies müsse man intensiver herausstellen.

Landesinnungsmeister Schlagbauer unterstrich ebenfalls: „Handwerkliche Berufe wie Metzger oder Fachverkäuferin müssen als das vermittelt werden, was sie sind, nämlich interessante und zukunftssichere Berufe sowie hervorragende Karrierewege.“ Dass sich das Engagement in der Lehre und dem Beruf lohne, zeigten die Sieger des Bayerischen Landesleistungswettbewerbs im Fleischerhandwerk, die Georg Schlagbauer mit Staatsministerin Scharf auszeichnete. Verkäuferin Maria Geißler aus Petershausen und Metzger Hermann Eberle aus Karlsfeld erhielten neben den Präsenten Gutscheine für die Weiterbildung im Beruf.

Die Tagung, welche mit Arbeitskreisen und einem Gottesdienst in der Klosterkirche begonnen hatte, fand im Veranstaltungsforum Fürstenfeld statt. Zum Abschluss der Tagung referierte Lebensmittelchemiker Udo Pollmer und appellierte an die Metzger: „Lassen Sie es nicht zu, dass die Vegetarier die Meinungshoheit übernehmen, denn ein ordentliches Leberkäsbrot vom Metzger kann ehtischer und gesünder sein als Tofu!“

Billige Werbung

Gutes Fleisch erkennt man am Preis – so lässt sich die aktuelle Werbung des Discounters Lidl vereinfachen. „Mehr bleibt bei einer Überprüfung der aktuellen Werbekampagne nicht übrig“, ärgert sich Metzgermeister Georg Schlagbauer, Präsident des Bayerischen Handwerkstages und Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern. Dass Begriffe wie „Fairness und Nachhaltigkeit“ für Lidl oberste Priorität haben, sei angesichts der jahrelangen aggressiven Preispolitik, die auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt gehe, nicht nachzuvollziehen.

„Lidl ist billig“ – lange hat der Discounter mit diesem Slogan geworben. Nun will er diesen Maßstab auch zum Qualitätsanspruch machen und den Kunden, zum Beispiel mit der Marketing-Offensive „Woran erkennt man gutes Fleisch“ suggerieren, dass transparente Produktion zu Ramschpreisen möglich ist und dabei noch das Tierwohl im Vordergrund steht. Ist es denn möglich, dass bei einem aktuellen  Preis von 5,99 Euro/kg für Putenbrust die Tiere ein artgerechtes Leben hatten, fragt Slowfood Deutschland berechtigterweise? Gilt die Putenlinie, die diese Brustfilets liefert, nicht längst als Qualzucht, deren Turbo-Schnellmast zu Krankheiten bei den Tieren führt? „Die Frage nach der Qualität sollte man hier gar nicht mehr stellen!“  

Doch deutlich wird in der Werbung auch, dass die Kompetenz für das Lebensmittel Fleisch fehle, so Georg Schlagbauer: „Weder zählt Jungbullenfleisch zum zartesten Fleisch auf dem Markt, noch reichen zwei Wochen Reifezeit für Spitzenqualität. „Dass hier ein Qualitätsbegriff definiert werden soll, welcher noch dazu das Preis-Dumping in der Lebensmittelkette verschlimmert, kann so nicht hingenommen werden“, bilanziert Metzgermeister Georg Schlagbauer. Der Discounter biete weiterhin Fleisch aus Massentierhaltung an, was sich mit einer vernünftigen, artgerechten Tierhaltung nicht vereinbaren lasse, so Schlagbauer. Die „Initiative Tierwohl“ lasse man sich vom Verbraucher finanzieren, um damit werben zu können. „Das hat mit Fairness und Nachhaltigkeit wenig zu tun“, so der BHT-Präsident.

Besonders ärgert ihn, dass der Discounter den Verkauf durch kompetentes Fachpersonal in Frage stellt. „Gerade der Discounter, der durch die Überwachung seiner Mitarbeiter aufgefallen ist, sollte nicht über die Wertigkeit kompetenten Fachpersonals entscheiden“, so Schlagbauer. In der neuen Kampagne sieht er eine Diskriminierung der transparent und sauber arbeitenden Handwerksbetriebe vor Ort. Deutlich werde dies auch, dass der Begriff „regional“ in der Werbung nicht verwendet werde, der bei jeder Verbraucherstudie einen Spitzenplatz einnimmt.

Ein Spot des Discounters endet mit den Worten: „Eigentlich wissen wir doch alle ganz genau, was gut für uns ist.“ Das sieht der BHT-Präsident auch so und meint: „Der Einkauf beim Discounter mit seinen Dumpingpreisen ist weder günstig noch nachhaltig.“ Auf die Frage woran man denn gutes Fleisch erkenne, meint der lächelnd „vielleicht daran, dass es nicht von Lidl kommt“.

 

Teil der bayerischen Genusskultur

Staatsminister Herrmann und BHT-Präsident Schlagbauer ehren Bayerns beste Metzger

Aus ganz Bayern waren Metzger mit ihren Familien in die Stadthalle nach Neusäß gekommen, um die Besten unter ihnen auszuzeichnen. Über 700 Produkte aus ca. 200 Betrieben wurden im Rahmen der Prüfung von neutralen Sachverständigen auf Geschmack, Geruch, Konsistenz, Aussehen und Äußeres getestet sowie in einem Labor auf Keime und Zusammensetzung überprüft. Über 75 Prozent konnte mit Gold und Silber ausgezeichnet werden.

Im Mittelpunkt standen die Sonderwettbewerbe um Bayerns besten Kochschinken und das kreativste Produkt aus dem Fleischerfachgeschäft. Zusammen mit Joachim Herrmann, Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr, überreichte der Landesinnungsmeister und Präsident sowohl der Handwerkskammer für München und Oberbayern als auch des Bayerischen Handwerkskammertags die Urkunden und Medaillen an die erfolgreichen Teilnehmer. Im Sonderwettbewerb erhielt der Obermeister Harald Münzinger aus Harburg- Mauren den 1. Preis für seinen geprüften Kochschinken, während die Metzgerei Kraus aus Neustadt an der Donau für ihr „Deftiger Brotaufstrich im Töpferl“ den Kreativ- Wettbewerb für sich entscheiden konnte.

Auch die sich immer stärker in die Handwerksbetriebe schleichende Bürokratie kann die bayerische Genusskultur nicht aufhalten.Das machte Georg Schlagbauer, Präsident des Bayerischen Handwerkstages und Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, bei der Festveranstaltung zur 33. f-Qualitätsprüfung deutlich. Er bedauerte, dass jeder Unternehmer unter den Generalverdacht gestellt werde, den Mindestlohn von 8,50 Euro nicht zahlen zu wollen beziehungsweise diesen zu umgehen. „Es geht dem Handwerk nicht um die 8,50 Euro“, unterstrich Georg Schlagbauer. Vielmehr kritisierte der Landesinnungsmeister den erhöhten bürokratischen Aufwand und forderte eine Vereinfachung der Dokumentationspflichten.

Staatsminister Herrmann stimmte dem zu und betonte, dass das Handwerk gute Rahmenbedingungen brauche, um sich auch künftig für eine „moderne und kulinarisch anspruchsvolle Esskultur mit traditionellem Touch“ einsetzen zu können. Die Forderungen des Handwerks habe man gehört. „Genau deshalb fordern wir Korrekturen am Mindestlohngesetz“, so der Minister. Außerdem mache sich der Freistaat u.a. für eine Streichung unnötiger Dokumentationspflichten sowie für eine Aussetzung der Kontrollen durch den Zoll stark.

Joachim Herrmann stellte in seiner Festansprache heraus, dass das Metzgerhandwerk ein „Teil der kulturellen Identität und unverzichtbarer Botschafter unserer bayerischen Genusskultur“ sei. Auch er kaufe beim Metzger des Vertrauens ein und habe angesichts dieser Prüfung einen weiteren Grund, diese Tradition beizubehalten. 

 

Die von Karlsruhe aufgezeigten Spielräume sollten vom Gesetzgeber genutzt werden, um so die Zukunft der handwerklichen Metzgereien zu sichern, so Schlagbauer. „Bei einer Beibehaltung der Lohnsummenregelung sollte diese so ausgestaltet werden, dass unsere Innungsmetzger davon nicht getroffen werden. Vor allem sollten ihnen keine weiteren bürokratischen Belastungen entstehen“, betont der Landesinnungsmeister und hebt hervor, dass das Handwerk für Gespräche zu einer praxisnahen Ausgestaltung gern bereitstehe.

 

Gestaltungsspielraum nutzen

Reformierung der Erbschaftssteuer darf Zukunft der Handwerksmetzger  nicht gefährden

„Die Zukunft unserer familiengeführten Metzgereien darf nicht durch höhere Belastungen bei der Erbschaftssteuer gefährdet werden“, kommentiert Georg Schlagbauer, Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT) und Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, das heutige Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Erbschaftssteuer.

Die Karlsruher Richter sehen in der bisherigen Regelung einen Verstoß gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung und fordern den Gesetzgeber auf, das Erbrecht bis Juni 2016 zu reformieren. Sie räumen allerdings ein, dass der Gesetzgeber einen „weiten Gestaltungsspielraum“ habe, um sowohl Unternehmen als auch Arbeitsplätze nicht übermäßig zu gefährden. Der Grundsatz der Gleichbehandlung dürfe allerdings nicht verletzt werden.

Georg Schlagbauer fordert, nun im Interesse der Betriebe sowie der Arbeitnehmer zu handeln und eine praxisnahe Regelung zu finden. Gerade im Hinblick auf den Nachwuchs- und Fachkräftemangel müsse es das Ziel sein, die Arbeit als Unternehmer im Handwerk attraktiv zu gestalten. „Die Erbschaftssteuer darf keine Hypothek sein, die einem Jungmeister bei der Betriebsübernahme im Weg steht.“ Verschonungsregeln für kleine und mittelständische Betriebe wie die Innungsmetzger sieht er deshalb ohne Alternative.

Die von Karlsruhe aufgezeigten Spielräume sollten vom Gesetzgeber genutzt werden, um so die Zukunft der handwerklichen Metzgereien zu sichern, so Schlagbauer. „Bei einer Beibehaltung der Lohnsummenregelung sollte diese so ausgestaltet werden, dass unsere Innungsmetzger davon nicht getroffen werden. Vor allem sollten ihnen keine weiteren bürokratischen Belastungen entstehen“, betont der Landesinnungsmeister und hebt hervor, dass das Handwerk für Gespräche zu einer praxisnahen Ausgestaltung gern bereitstehe.

 

Der Geschmack bleibt auf der Strecke bleibt

Fleischerverband Bayern kritisiert Praktiken der Discounter

„Der Verbraucher scheint keine Rolle im Geschäftsmodell der Discounter zu spielen!“ So kommentiert Georg Schlagbauer, Präsident des Bayerischen Handwerkstages und Landesinnungsmeister der bayerischen Metzger, einen Bericht des Focus. Dieser zeigt auf, dass hinter den „Luxusprodukten der Discounter“ oft nur die billigen Eigenmarken stecken.

Im Zentrum des Tests steht Lidl mit seiner angeblichen „Edelproduktreihe Deluxe“. Laut Untersuchungen der Sparratgeber Kurt Meier und Uwe Glinka ist der Inhalt „nahezu identisch“. Einziger Unterschied sei die aufwendig gestaltete Verpackung, die dem Verbraucher Hochwertigkeit vortäuscht. Der Focus stellt abschließend fest: „Es gibt keinen wirklichen Unterschied zwischen dem Gourmet-Angebot und den Standard-Zwillingsprodukten.“

Dies sei „Betrug am Kunden“ ärgert sich Metzgermeister Georg Schlagbauer, denn mit einem Gourmet-Essen oder gar Genuss habe die Discounterware nichts zu tun, so der Fachmann. Während in den Betrieben der bayerischen Metzger  frische und handwerklich hergestellte Ware mit kompetenten Zubereitungstipps verkauft werde, biete Lidl Billigware zum „Gourmet-Preis“. Schlagbauer: „Da bleibt nicht nur der Geschmack auf der Strecke!“

Der Landesinnungsmeister rät daher, nicht nur den Weihnachtseinkauf beim Metzger des Vertrauens zu erledigen. „Der Genuss beim Weihnachtsfest sollte nicht im Betrachten einer hochwertigen Verpackung von Edelprodukten, sondern in kulinarischen Höhepunkten aus der eigenen Küche bestehen.“ 

 

Ein Handwerk mit Geschmack

f-Prüfung: Bayerns Metzger machen den Qualitäts-Check

Bayerns Metzger wollten es genau wissen. Im Rahmen einer zweitägigen Qualitätsprüfung in der Fleischerschule Augsburg ließen sie ihre Produkte auf Herz und Nieren prüfen. Über 700 Proben aus knapp 200 bayerischen Betrieben hatten die Sachverständigen zu verkosten.

„An diesen Produkten kann man sehen, riechen und schmecken, was unser Handwerk ausmacht“, freute sich Metzgermeister Georg Schlagbauer. Der Präsident des Bayerischen Handwerkstages und Landesinnungsmeister der bayerischen Fleischer eröffnete die neutrale Prüfung, welches jedes Jahr stattfindet. Die wissenschaftliche Leitung hatte Prof. Dr. Manfred Gareis von der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Er zeigte sich von der Geschmacksvielfalt beeindruckt.

An den Tischen testeten jeweils drei Sachverständige von Weißwurst über Leberkäse bis hin zur Wurstpraline, Salami oder einer Erdbeermarmelade. Neben jungen Metzgermeister/innen verkosteten auch Veterinäre und Lebensmitteltechniker die angemeldeten Proben. „Im Mittelpunkt stehen Geruch, Geschmack, Aussehen, Konsistenz und Äußeres“, erklärt Andrea Weber. Die Verkaufsleiterin kommt aus einer Lenggrieser Metzgerei und testet Weißwürste. Von der Handwerksqualität ist sie begeistert. Das sieht auch Georg Schlagbauer so: „Kein Produkt schmeckt wie das andere. Das gibt es nur im Handwerk! Genormte Industrieware kommt hier nicht auf den Tisch!“ Auch die Ergebnisse sprechen eine eindeutige Sprache: Insgesamt können über 50 Prozent der Produkte mit Gold prämiert werden.

Einfallsreich wird es beim Sonderwettbewerb. Neben dem besten Kochschinken sucht der Fleischerverband Bayern auch die kreativsten Produkte. Ob Pfefferbeißer als Brotaufstrich, Bratwurst mit Orangengeschmack, Brennnessel-Wildkräuter-Leberkäs, Kaffeeschinken oder Sulzpralinen – der Phantasie der bayerischen Metzger scheinen keine Grenzen gesetzt. „Hier zeigt sich, wie lebendig unser Handwerk ist“, freut sich Christian Maischberger, Metzgermeister aus Buchloe. Obwohl die Entscheidung schwerfällt macht ein „Deftiger Brotaufstrich im Töpferl“ vor den „Sulzpralinen“ und „Bierbeissern“ das Rennen.

Georg Schlagbauer unterstreicht: „Die individuelle Güte und die Liebe bei der Herstellung machen die Handwerksprodukte zu etwas Besonderem. Hier kann man stolz auf sein Handwerk sein, denn diese Leistungen sind meisterhaft!“

Die Erdbeermarmelade erhielt übrigens Gold. Sie kommt zwar ganz ohne Fleisch aus, wird aber auch von einer Metzgerei selbst hergestellt und erfolgreich verkauft. „Der Einkauf beim Metzger des Vertrauens kann also durchaus kulinarische Überraschungen bieten“, merkt Georg Schlagbauer schmunzelnd an.  

 

Der bayerische Landesinnungsmeister marschiert durch

Glückwunsch an Georg Schlagbauer

Der bayerische Landesinnungsmeister der Fleischer wurde am 28. Juli 2014 zum Präsidenten der Handwerkskammer für München und Oberbayern, der größten Kammer Bayerns gewählt. Am 22. Oktober folgte die Wahl zum Präsidenten des Bayerischen Handwerkstages. Damit liegt ein Großteil der Interessenvertretung des bayerischen Handwerks in der Hand des Münchner Metzgermeisters.

Er ließ schon anlässlich seiner Wahl erkennen, dass keine Zäsur im Verhältnis zu seinem Amtsvorgänger erfolgen soll, sondern eine behutsame Weiterentwicklung der Interessenvertretung für Bayerns Handwerker. Zu Vizepräsidenten wählte die Vollversammlung Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz und Konrad Steininger, Landesinnungsmeister des bayerischen Schreinerhandwerks sowie Bundesinnungsmeister. Das sechsköpfige Präsidium bilden Heinrich Mosler, Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken, Hans Auracher, Landesinnungsmeister des bayerischen Elektrohandwerks und Michael Hilpert, Landesinnungsmeister des bayerischen Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks. Die Runderneuerung und Verjüngung an der Spitze des Handwerks ist damit abgeschlossen.

Die bayerischen Metzger freuen sich, nunmehr in drei Kammerbezirken den Präsidenten stellen zu dürfen.

 

Handwerk garantiert kurze Wege

Fleischerverband Bayern unterstützt Begrenzung der Tiertransportzeiten

Das bayerische Fleischerhandwerk begrüßt die Forderung von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt nach einer Begrenzung der Transportzeiten für Nutztiere. „Die regionale und handwerkliche Verarbeitung sollte deshalb forciert werden“, so Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern.

Neben dem Tierwohl sollte auch der Wunsch der Verbraucher nach regionaler Transparenz in den Fokus der Gesetzgebung rücken, unterstreicht Schlagbauer. Dazu gehöre allerdings, auch die regionale Wertschöpfungsketten und damit die Verarbeitung vor Ort politisch weiter zu stärken sowie diese zum Beispiel im bayerischen Landesentwicklungsprogramm festzuschreiben. „Kleine Schlachthöfe vor Ort könnten viel zu kürzeren Transportzeiten beitragen. Wir stehen als Fachleute vor Ort gern für Detaillösungen und Gesprächen zur Verfügung“, so Rainer Hechinger, Hauptgeschäftsführer des Fleischerverbandes Bayern.

Georg Schlagbauer: „Der Tierschutz und die ethischen Maßstäbe sollten stets im Fokus der fleischverarbeitenden Betriebe stehen. Das gilt auch beim Transport der Tiere.“ Für unzählige handwerklich geführte Fleischer-Fachgeschäfte steht die Ethik gegenüber dem Tier bereits seit der Ausbildung Mittelpunkt des Berufes. Hier spielt die regionale Anbindung der familiengeführten Betriebe eine große Rolle, die ihre Zulieferer und damit die Haltungsbedingungen kennen sowie kurze Transportwege garantieren können.

Angesichts der langen Transportwege der Lebensmittelindustrie zeige sich erneut, dass der Einkauf beim Metzger des Vertrauens nicht nur gelebter Verbraucher-, sondern auch praktizierter Tierschutz ist, so Georg Schlagbauer. 

 

Handwerk als Perspektive für die Region

Schlachthofschließungen unterbrechen die regionale Wertschöpfungskette

Als „Schlag für die Region“ bezeichnet Georg Schlagbauer, Handwerkskammerpräsident für München und Oberbayern sowie Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, die angekündigte Schließung der Schlachthöfe in Pfarrkirchen und Straubing.

Gerade in Zeiten gestiegener Verbraucheransprüche nach Regionalität und Transparenz sei die Schließung das falsche Signal. Georg Schlagbauer fordert die Metzger der Region auf, sich zusammen für den Erhalt des Schlachthofes in Pfarrkirchen einzusetzen oder diesen in Eigenregie weiter zu führen. Schlagbauer stellt die regionale Wertschöpfungskette in den Mittelpunkt, die er ohne Schlachthof gefährdet sieht: „Ohne Schlachthof wird es keine Landwirte und ohne Landwirte keine Metzger mehr geben. Viele Arbeitsplätze werden dadurch aus der Region abgezogen.“ Das Gebiet zähle zu den viehstärksten in Niederbayern, weshalb eine Schließung des Schlachthofes kontraproduktiv sei.

Kritisch sieht der Landesinnungsmeister die Pläne des niederländischen Schlachthofbetreibers Vion, sich aus den Regionen zurück zu ziehen und auf einige wenige Standorte zu konzentrieren. „Hierunter leidet nicht nur die regionale Wirtschaft, sondern vor allem der Verbraucher.“ Wünsche nach Produkten aus der Region mit kurzen Transportwegen könnten oft nicht mehr erfüllt werden.

Georg Schlagbauer fordert daher die Metzgern vor Ort auf, nach Lösungen im Innungsrahmen zu suchen und bietet dabei die Hilfe des Fleischerverbandes Bayern an. Gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen aus der Region könne man tragfähige Lösungen für die Zukunft entwickeln, die sowohl den Verbraucherwünschen als auch den fleischerhandwerklichen Familienbetrieben Perspektiven geben. 

Kaufkraft für Generationen in den Zentren halten

Pläne zur Landesentwicklung führen zur Verödung der Innenstädte

Mit großen Bedenken verfolgt der Fleischerverband Bayern die aktuelle Diskussion um den Bau großer Gewerbegebiete an Autobahnausfahrten ohne Anbindung an Städte und Gemeinden. „Diese Pläne gefährden die wohnortnahe Versorgung“, so Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer.

Die Schaffung neuer Gewerbegebiete und Einkaufszentren auf der „Grünen Wiese“ würde weitere Kaufkraft aus den Zentren der Städte und Gemeinden abziehen. „Die Folge wären Fußgängerzonen ohne Geschäfte wie Metzger oder Bäcker, dafür aber mit Anwaltskanzleien und Versicherungsagenturen“, so Schlagbauer. Menschen, die nicht mobil genug sind, könnten so von der Versorgung abgeschnitten werden. Das Beispiel Ingolstadt habe durch eine verfehlte Ansiedlungspolitik die Folgen für den innerstädtischen Handel bereits deutlich gemacht. Die ersten, die von einer solchen Entwicklung betroffen seien, wären Betriebe des Lebensmittelhandwerks.

Kritisch sieht der Fleischerverband Bayern die Pläne vor allem im Hinblick auf die vorgesehene Unterstützung und Subventionierung von Dorfläden. „Diese Entwicklung braucht niemand forcieren, denn wir haben in Bayern gesunde Metzger und Bäcker, die diese Funktion bereits übernehmen.“ Ein Abzug der Kaufkraft sei dagegen kontraproduktiv und würde das Problem weiter verschärfen.

Eine Belebung der wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinden, wie von Finanzminister Markus Söder angeregt, steht Georg Schlagbauer positiv gegenüber. Der Landesinnungsmeister fordert daher einen offenen Dialog und bietet die Unterstützung der bayerischen Metzger an. „Wir sind gern bereit über tragfähige Zukunftskonzepte zu sprechen. Die regionale Wertschöpfungskette und die Entwicklung des ländlichen Raums dürfen dabei aber nicht gefährdet werden.“ Er spricht sich daher auch für eine Förderung des regionalen Handwerks aus. „Damit werden vor Ort Werte geschaffen die bleiben, denn ein handwerklicher Metzger baut seine Produktion nicht für zehn Jahre. Er baut sie für Generationen.“

Hände weg vom fränkischen Wahrzeichen

Coburger Bratwurst: Kulinarische Tradition erhalten und nicht verbieten

Glühende Kohle, ein heißer Rost und darauf eine Bratwurst – das ist der Feierabendtraum vieler Deutschen und zwar nicht nur zur Fußball-WM. In Franken geht man hier einen Schritt weiter, denn hier muss es bei vielen eine Coburger Bratwurst sein, die traditionell über Kiefernzapfen oder Buchenholz  zubereitet wird – ein Geschmackserlebnis für Groß und Klein.

Dieses Wahrzeichen fränkischer Grill- und Genusskultur ist bedroht. Durch den Grillvorgang und das herunter tropfende Fett bilden sich unter Umständen die Schadstoffe Benz(a)pyren und PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe). Diese stehen unter dem Verdacht krebserregend zu sein. Ein Gutachten über drei Proben des LGL (Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) zeigt, dass die Grenzwerte, die in der EU-Verordnung VO (EG) Nr. 835/2011 geregelt sind, bei der Zubereitung über der direkten Flamme überschritten wurden. Die Staatsanwaltschaft Coburg hat nun weitere Probenahmen angewiesen und will wohl bei weiteren negativen Ergebnissen das Grillen in der traditionellen Form verbieten und bei weiteren Verstößen Strafanzeige stellen.

Kaffee wird in Deutschland auch ohne Warnhinweis verkauft, obwohl zu viel Coffein für den Körper gesundheitsschädlich wirken kann. Auch hier wird kein Händler mit Strafanzeigen, die bis zur Freiheitsstrafe führen können, bedroht. Hier sollte nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. Entscheidend ist und bleibt die Information und Aufklärung der Verbraucher, so Georg Schlagbauer.

„Hände weg von so beliebten Spezialitäten, die so alt sind wie unsere fränkische Heimat“, fordert deshalb Ralf Luther, Obermeister der Fleischer-Innung Coburg. Hinter den Produkten stehe nicht nur eine lange Tradition, sondern auch das Herzblut vieler handwerklicher Metzger der Region. Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer: „Wir sollten einen Weg suchen, wie wir diese fränkische Spezialität in seiner alten Form erhalten!“

 „Tradition und regionales Selbstverständnis definiert sich auch über die Essgewohnheiten und die kulinarischen Spezialitäten vor Ort. Niemand bestreitet die Notwendigkeit der Lebensmittelüberwachung! Aber auch hier gilt die alte Benediktinerregel des „rechten Maßes“ so Rainer Hechinger, Hauptgeschäftsführer des Fleischerverbandes Bayern. Die Analyse sei wichtig, um die Kunden über Risiken aufzuklären. Ein Verbot der fränkischen Spezialität in der beliebten Zubereitungsart bzw. Form des Grillens würde aber jede Verhältnismäßigkeit sprengen. „Bevor zum schärfsten Mittel gegriffen wird, müssen alle milderen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Gerade die handwerklichen Metzger haben hier immer hohes Verantwortungsbewusstsein gezeigt.“

Dies wird auch in der aktuellen Debatte um die Coburger Bratwurst deutlich. Die Coburger Innungsmetzger haben bereits einen Maßnahmenplan entworfen, der unter anderem vorsieht, die Bratwurst nach anderen Grillmethoden zuzubereiten und die Proben analysieren zu lassen. Außerdem wird darüber nachgedacht, die Rezeptur anzupassen. Auch durch eine bessere Bindung, könnte möglicherweise weniger Fett heraustropfen. 

Starkes Handwerk positioniert sich

Bayerns Metzger tagen in Straubing – Georg Schlagbauer als Landesinnungsmeister bestätigt

Mehr Einsatz und deutliche Wortmeldungen von Politik und Verbraucherschutzorganisationen forderte Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer im Rahmen des 66. Bayerischen Fleischerverbandstages in Straubing. Neben handwerkspolitischen Themen standen die Neuwahlen im Mittelpunkt. Georg Schlagbauer setzte sich klar mit 79 Prozent gegen seinen Mitbewerber Georg Greiff, Obermeister der Metzger-Innung Memmingen/Mindelheim durch.

Der Chef der bayerischen Metzger kritisierte, dass die Discounter eine Preisspirale in Gang setzen, die weder dem Verbraucherschutz noch dem Tierwohl diene. Dies passiere im vollen Bewusstsein. Schlagbauer wies darauf hin, dass Lidl die Preissteigerungen des Konkurrenten Aldi ebenfalls negativ bewertet habe, bevor drei Tage später ebenfalls die Preise gesenkt wurden. „Das hat nichts mit seriöser und transparenter Verkaufspolitik zu tun“, unterstrich der Landesinnungsmeister. Er betonte, dass der Unterschied zwischen industrieller und handwerklicher Produktion bei den Betrieben liege. „Ihre persönliche Handwerkskunst macht die Produkte aus dem Fleischer-Fachgeschäft einzigartig!“ Die Einkaufsmacht und die Kaufentscheidung liege allerdings beim Verbraucher. Das Handwerk müsse sich deutlicher positionieren.

Franz-Josef Pschierer, Staatssekretär im bayerischen Wirtschaftsministerium, sicherte dem Metzgerhandwerk seine Unterstützung zu. „Nicht die Industrie ist die Basis unserer Wirtschaft, sondern das Handwerk“, so Pschierer in seiner Festrede. Gemeinsam mit Georg Schlagbauer ehrte er die Landessieger des Bayerischen Fleischerhandwerks Sonja Högner und Adrian Sandbiller. Die ehemaligen Obermeister Karl Mayer (Grafenau) und Hans Hack (Freising) wurden mit den Ehrennadeln des Verbandes für ihr langjähriges Engagement im Ehrenamt geehrt.

Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer unterstrich abschließend, dass die Stärke des Handwerks in seinem Zusammenhalt bestehe. Er bezeichnete es als „gemeinsame Aufgabe“ den Verbrauchern aufzuzeigen wo die Unterschiede zwischen Handwerk und Industrie liegen und die unzähligen Vorteile der regionalen, handwerklichen Herstellung aufzuzeigen.

Aufwertung der Berufe im Fleischerhandwerk

NGG und Fleischerverband Bayern einigen sich bei Tarifverhandlungen

Als „Aufwertung der Berufe im Fleischerhandwerk“ bezeichneten die Tarifparteien Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Fleischerverband Bayern den Tarifabschluss für die ca. 30.000 Beschäftigten.

„Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Fleischer/innen und FleischerFachverkäufer/innen in Bayern bekommen mehr Lohn. Auch die Ausbildungsvergütung wird deutlich erhöht“, so Walter Linner, Gewerkschaft NGG.

„Jede Tarifpartei hat ihren Standpunkt mit Nachdruck vertreten, jedoch das Machbare nicht aus den Augen verloren“, so beschreibt Konrad Ammon, stv. Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, die Tarifverhandlungen mit der NGG.

Beide Seiten sprechen von einem positiven Signal nach Außen. Der Vertreter des NGG-Landesbezirks Bayern, Walter Linner sowie Konrad Ammon und Hauptgeschäftsführer  Rainer Hechinger, vom Fleischerverband Bayern, einigten sich auf eine Erhöhung der Tarifentgelte um 70 Euro monatlich für jede Entgeltgruppe ab 1. Mai 2014. Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt 12 Monate.

Die Ausbildungsvergütungen werden je Ausbildungsjahr um 35 Euro angehoben. „Mit der deutlichen Anhebung der Ausbildungsvergütungen wollen wir die Attraktivität der Berufe im Fleischerhandwerk erhöhen“, erklärt Rainer Hechinger. Der Abschluss wird von beiden Seiten als „Stärkung des Berufsbildes und Aufwertung gegenüber anderen Branchen“ gesehen.

Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer unterstreicht: „Unsere Mitarbeiter sind unser Kapital. Mit diesem Tarifabschluss geht das bayerische Fleischerhandwerk gestärkt in die Zukunft.“

Die Grenze des guten Geschmackes überschritten

Fleischerverband Bayern kritisiert Preissenkungen der Discounter

„Dass Aldi Themen wie Qualität oder Tierschutz im Rahmen der aktuellen Preisdebatte überhaupt anspricht ist nicht nur arrogant. Es stellt eine Verbrauchertäuschung höchsten Grades dar!“ Heftig kritisiert Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, die Preissenkungen bei Fleisch- und Wurstwaren im Discountbereich und schließt sich damit den Aussagen des Bauernverbandes an.

„An Qualität und Tierschutzstandards gibt es keine Abstriche.“ So äußerte sich Aldi zu aktuellen Preissenkungen bei Wurst- und Fleischwaren, die zwischen 2,5 und 10 Prozent betragen. Obwohl nach der Ankündigungen andere Discounter wie Lidl die Senkungen kritisierten und dabei vor allem das Tierwohl ansprachen, zogen sie innerhalb einiger Tage nach und verstärken somit das Preisdiktat gegenüber den Landwirten.

„Hier wird seit Jahren eine Preisspirale in Gang gesetzt, bei der es nur Verlierer geben wird“, so Landesinnungsmeister Schlagbauer. An erster Stelle steht der getäuschte Verbraucher, der mit „Tierwohl-Labels“ und falschen Slogans wie „handwerkliche Herstellung“ getäuscht werde. Von qualitativ hochwertigen Produkten könne keine Rede sein, denn die Landwirte müssen die Senkungen auffangen. Weiterhin leide die regionale und damit nachhaltige Wertschöpfung vor Ort. „Der Trend zu riesigen Massenställen wird somit befeuert und gutes Fleisch zur Luxusware“, so Schlagbauer. Er sieht auch die Gefahr weiterer Lebensmittelskandale, die durch die Billig-Preis-Politik befördert werde.

Für den Chef der bayerischen Metzger ist klar: „Die Strategie der Discounter zeigt, wie wichtig ihm einerseits der Kunde sowie die nachhaltige Qualität der Ware und andererseits der Umsatz ist. Die Gewichtung hat Aldi deutlich demonstriert.“ Nur ein verantwortungsvoller Einkauf durch die Verbraucher könne hier zu Änderungen führen. „Es muss wieder das Gefühl entstehen, dass es einen Grund hat, wenn ein Lebensmittel billig angeboten wird. Und zwischen billig und preiswert gibt es große Unterschiede, die die Discounter lange überschritten haben.“

„Wir fordern deshalb nicht nur von der Politik, sondern vor allem von den Verbraucherschutzverbänden, sich bei diesem Thema einzumischen“, so der Landesinnungsmeister, der gern zu zielführenden Gesprächen bereit ist. „Hier steht wirklich die Qualität auf dem Spiel und nicht die Etikettierung oder eine gerissene Fliese!“

Leuchttürme der Qualität

Fleischerverband zeichnet die besten bayerischen Metzgereien aus

„Wer nicht leidenschaftlich ist, kann nie exzellent sein“, zitierte Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, den Musikproduzenten Tim Renner. Dass die bayerischen Innungsmetzger diese Leidenschaft besitzen, zeigte sich bei der Ehrung der erfolgreichen Teilnehmer der 32. f-Qualitätsprüfung des Fleischerverbandes Bayern.

Aus dem gesamten Freistaat kamen die Metzger mit ihren Familien in die Neusässer Stadthalle. 222 Betriebe hatten sich mit 860 Proben an der Prüfung beteiligt, 53 Prozent davon konnten mit Gold prämiert werden. Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer unterstrich den Stellenwert dieser neutralen Qualitätsprüfung und machte deutlich: „Sie sind nicht nur der Qualitätsproduzent in der Region, der Fachmann für Nachhaltigkeit, sondern eben auch der Berater rund um das Thema Lebensmittel.“

Das Metzgerhandwerk sei eines der ältesten Gewerke und sollte sich auch dementsprechend in der Öffentlichkeit präsentieren. „Wir pflegen zwar die Traditionen und Werte, erfinden unser Handwerk aber mit neuen und innovativen Produkten täglich neu.“ Dies hätten besonders die eingesandten Waren beim Sonderwettbewerb um das „Kreativste Produkt“ gezeigt. Als beste bayerische Metzger wurden für ihre Wurstzigarren „Petrillos“ die Metzgerei Paulus aus Beratzhausen geehrt. Ihr folgten die Metzgerei Walk aus Berching mit Salami-Walnuss-Talern und die Metzgere Goldstein aus Augsburg mit der „Brecht´gen Wurst“.

Schmunzelnd merkte der Landesinnungsmeister an: „Wir haben nicht die Spitze der Nahrungskette erreicht, um jetzt das Feld den Veganern zu überlassen. Unser Handwerk ernährt die Welt – und das wird auch so bleiben, denn von Salat allein wird man nicht satt … und von seelenlosen Massenprodukten aus industrieller Herstellung übrigens auch nicht!“ Dies müsse den Kunden deutlich gemacht werden.

Dies unterstrich auch Festredner und Ehrengast Heinrich Traublinger. Der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT) hob hervor, dass die geehrten Betriebe „Aushängeschilder des Handwerks“ seien. „Qualität und Metzgerhandwerk sind Synonyme!“ Mit hoher Produktqualität hebe sich das Handwerk von der Industrie ab. Kritisch äußerte sich Traublinger in diesem Zusammenhang zum Angriff auf den deutschen Meistertitel. „Wenn man diesen schwächt, bringt man das gesamte Ausbildungssystem ins Wanken!“

Pflichtgebühren: Ungerechtfertigte Belastung

Fleischerverband kritisiert Pflichtgebühren bei Lebensmittelkontrollen

Der EU-Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit stimmte kürzlich einem Berichtsentwurf über amtliche Lebensmittelüberwachung zu. Demnach sollen Unternehmen künftig für Regelkontrollen zahlen.

 „Pflichtgebühren bei Lebensmittelkontrollen sind der falsche Weg“, meint dagegen Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, und kritisiert die Pläne, sauber arbeitende Betriebe für verdachtsunabhängige Kontrollen der Lebensmittelüberwachung künftig abzukassieren. „Wenn die Polizei einen Autofahrer im Rahmen der Verkehrskontrolle anhält, muss dieser auch nix zahlen, wenn er sich nichts hat zuschulden kommen lassen!“ Gerade kleine mittelständische Unternehmen wie die oft familiengeführten Metzgereien würden durch diese neue Regelung einer weiteren finanziellen Belastung ausgesetzt.

Schlagbauer unterstreicht, dass die Kontrollen im Sinne des Verbraucherschutzes vernünftig und notwendig seien. „Die Lebensmittelkontrolle ist und bleibt aber Aufgabe des Staates. Deshalb muss die Finanzierung auch bei ihm liegen“, unterstreicht der Landesinnungsmeister. Die handwerklichen Metzgereien hätten nichts zu verbergen und setzen sich deshalb für die Beibehaltung der aktuellen gesetzlichen Regelung ein, welche nur bei anlassbezogenen Kontrollen eine Gebühr vorsieht. Die handwerklichen Metzgereien leben und arbeiten nach hohen hygienischen Standards, die bereits während der Ausbildung verankert und auf der Meisterschule verfestigt werden.

„Das bayerische Fleischerhandwerk ist gern zu Gesprächen bereit, die tragfähige Lösungen für die Zukunft zum Ziel haben. Wir wehren uns aber dagegen als Melkkuh der Nation die öffentliche Hand zu finanzieren“, so Georg Schlagbauer. 

Rentenpläne schaden dem Handwerk

Fleischerverband Bayern kritisiert Reformpläne

„Ein Bürokratiemonster mit zerstörerischem Potenzial.“ So bezeichnet Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern die Pläne zur Rentenreform. Diese würde das Handwerk und den Mittelstand besonders hart treffen, da hier viele gut ausgebildete Mitarbeiter 45 Jahre Beiträge gezahlt hätten.

"Die Rente mit 63 wird vielen mittelständischen Betrieben schaden, vor allem in Anbetracht des zunehmenden Fachkräftemangels im Handwerk“, unterstreicht der Münchner Metzgermeister. Die gut ausgebildeten und
leitenden Fachkräfte in den Betrieben würden die neue Regelung nutzen und sich aus den Unternehmen verabschieden. „Das sind die Leute, die ich als Chef lange im Unternehmen halten möchte, denn ihre Erfahrung ist nicht ersetzbar.“
Weiterhin sieht Georg Schlagbauer  die Gefahr, dass sich kompetente Mitarbeiter bereits mit 61 Jahren arbeitslos
melden und dann nach zwei Jahren die Rente mit 63 beantragen. „Jegliche Planungssicherheit, wie sie die Rente mit 67 brachte, wäre dahin“, erklärt der bayerische Landesinnungsmeister.

Außerdem sieht er durch die Reformpläne steigende Kosten auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber zukommen. Geschätzt werden ca. 160 Mrd. Euro bis 2030, die aus der Rentenkasse entnommen werden sollen. Irgendwann werde also wieder die Frage nach einer Erhöhung der Rentenbeiträge im Raum stehen. „Das ist Abzocke der nächsten Generation. Das kann keine tragfähige Lösung für die Zukunft sein!“

Ein weiteres Problemfeld sieht Schlagbauer darin, dass die Anrechnung von Zeiten des Arbeitslosengeld-Bezugs weiterhin unklar ist. In bis zu 200.000 Fällen müsse die Rentenverwaltung prüfen, ob die Voraussetzungen für die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren vorliegen oder nicht. Vermerkt ist in den Rentenkonten nur, dass ein Betroffener arbeitslos war, aber nicht, ob er Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe bezogen habe.  „Das Billigen der Rentenpläne durch das Bundeskabinett ist vergleichbar mit der Vergabe einer TÜV-Plakette an ein Auto, ohne vorher den Motor zu starten!“

Georg Schlagbauer fordert deshalb die Bestätigung der bestehenden Regelung. „Die Rente mit 67 hat zur guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland entscheidend beigetragen. Solange wir an dieser Säule nicht rütteln, wird auch keine neue Agenda 2010 nötig sein!“

Unentschieden: Weißwurst ist Siegerin der Herzen

„Die Weißwurst ist nicht nur als Siegerin der Herzen hervorgegangen, sondern hat die Ehre Bayerns im preußischen Ausland eindrucksvoll verteidigt.“ Dies erklärte Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, nach dem Duell Dampfwurst gegen Weißwurst in Berlin, das mit einem „Unentschieden“ endete.

Der Landesinnungsmeister von Sachsen-Anhalt, Klaus-Dieter Kohlmann, hatte die Königin der Würste zu einem Duell herausgefordert: Es hieß Preußische Dampfwurst gegen Bayerische Weißwurst. Diese Herausforderung nahm Georg Schlagbauer an, obwohl der Kampf im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin stattfinden sollte und hier die Dampfwurst als Lokalmatador antrat. Eingezogen waren die Kontrahenten in Uniform mit Pickelhaube auf preußischer Seite und andererseits in bayerischer Tracht. Die Jury bestand neben den beiden Landesinnungsmeistern aus Dr. Richard Balling vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium, der Weißwurstkönigin Nadja Wittmann, Anne-Marie Keding, Staatssekretärin im sachen-anhaltinischen Landwirtschaftsministerium sowie Fleischermeister Müller. Geprüft wurde nach den Kriterien Aussehen, Äußeres, Konsistenz, Geruch und Geschmack. Während sich zum Beispiel die Dampfwurst als „sehr fest“ präsentierte, wurde die Weißwurst als „locker“ bezeichnet. „Lecker sind alle beide“, wusste Staatssekretärin Keding. Dies wurde auf den Prüfungsbögen notiert und letztendlich ausgezählt. Die Jurymitglieder machten es sich nicht einfach und gingen Punkt für Punkt die vorliegenden Bewertungsbögen durch, um ein objektives Ergebnis zu gewährleisten. Einen Heimatbonus gibt es weder auf der einen, noch auf der anderen Seite, so Dr. Richard Balling.

Das Urteil verkündete Weißwurstkönigin Nadja Wittmann: „Unentschieden!“ Enttäuschung gab es danach auf keiner Seite. „Das zeigt uns, dass das deutsche Fleischerhandwerk in allen Regionen etwas vom Wursten versteht“, erklärte Georg Schlagbauer. Dr. Balling unterstrich, dass vor allem die regional unterschiedlichen Geschmäcker und Traditionen zu einem solchen Ergebnis führten. Klaus- Dieter Kohlmann freute sich ebenso über das Ergebnis: „Jetzt wissen alle, dass es bei uns um die Wurst geht.“ Nadja Wittmann ergänzt noch, dass das Duell die Vielfalt der handwerklichen Wurstproduktion in Deutschland zeige.

Da das Duell in der Bayernhalle stattfand, hatte die Abordnung aus Sachsen-Anhalt einen Fanclub sowie viel Presse dabei, während Trachtler und Zuschauer die Weißwurstfraktion anfeuerten. Wir haben allerdings einen eindeutigen Sieger der Herzen und das ist unsere Weißwurst, so Georg Schlagbauer. 

Wurstduell: Dampfwurst gegen Weißwurst

Die ungekrönte Königin der Würste, bayerische Spezialität und Synonym der bayerischen Lebensart – die Weißwurst. Ihre Stellung wird ihr von vielen Würsten geneidet. Nun wagt es ein Fleischer aus Sachsen-Anhalt am Thron der Göttin zu wackeln.

„Wer auch immer die Weißwurst herausfordert, wir nehmen an“, erklärt Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister der bayerischen Metzger, selbstsicher. Er beantwortet damit eine Anfrage aus Sachsen-Anhalt. Klaus-Dieter Kohlmann, Fleischer aus Halle und Landesinnungsmeister der Metzger aus Sachsen-Anhalt, der die preußische Dampfwurst wiederbelebt hat, fordert ihn im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin zum Duell „Weißwurst gegen Dampfwurst“ heraus und kündigt in der lokalen Bildzeitung an: „Wir werden die Bayern abkochen!“ Diesen Fehdehandschuh nehmen die bayerischen Metzger gern an. „Dann werden wir den Preußen mal den Dampf ablassen“, freut sich Georg Schlagbauer.

Am 18. Januar findet in der Bayernhalle auf der Internationalen Grünen Woche der Showdown statt. Neben der bayerischen Weißwurstkönigin werden auch Vertreter der beiden Staatsregierungen sowie das Publikum die Duellanten bewerten.

Qualitativ ist der bayerische Landesinnungsmeister sich seiner Sache sicher. Im Freistaat gibt es noch knapp 4000 Metzgereien, die großenteils familiengeführt sind und oft selbst schlachten. „Hier bürgt noch der Metzger mit seinem Namen für die hervorragende Qualität und Frische der Produkte“, erklärt Georg Schlagbauer, der in München eine Metzgerei führt. 

32. f-Qualitätsprüfung

Gelebte Handwerksqualität im Test

Neutrale f-Prüfung handwerklicher Fleisch- und Wurstwaren aus Bayern

„Bayerns Innungsmetzger spielen mit ihren Produkten in einer eigenen Liga.“ Dies unterstreicht Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, nach der 32. f-Qualitätsprüfung des Verbandes bei der 53 Prozent der geprüften Proben mit Gold bewertet werden konnten.

Der Fokus der Verbraucher beim Einkauf richte sich immer intensiver an den Faktoren Qualität, Regionalität und Beratung aus, erklärt Rainer Hechinger, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Es sei daher nicht mehr nur der Griff ins Regal entscheidend, sondern vor allem die Güte der Ware. „Hier brauchen sich unsere Betriebe nicht zu verstecken“, so Georg Schlagbauer. Dies habe die Prüfung bewiesen. 222 Betriebe, darunter vier Berufsschulen, sendeten 860 Produkte ein, die 62 gewerbliche Sachverständige und 31 Wissenschaftler im Rahmen einer zweitägigen Qualitätskontrolle in den Räumen der Fleischerschule Augsburg prüften. Über die Hälfte der Proben erhielt die höchste Auszeichnung, während nur 3,5 Prozent der Proben nicht bewertet werden konnten. 

Grundlage der Prüfung war das DLG-Schema nach dem die Proben nach „Aussehen, Äußeres, Konsistenz, Geruch und Geschmack“ bewertet werden. Es zählt also nicht nur der Geschmack, sondern auch die Optik und Haptik des Produktes. Neben der sensorischen Prüfung wurden die Waren außerdem einer mikrobiologischen Untersuchung unterzogen.

Sonderwettbewerb: Kreativität mit Tradition

Besondere Bedeutung kommt traditionell dem Sonderwettbewerb zu, bei dem der Verband heuer das „Kreativste Produkt“ suchte. „Es zeigt sich, dass die Handwerksbetriebe hier Tradition und Moderne verbinden“, informierte der Landesinnungsmeister. So kamen zum Beispiel gefüllte Schweinsfüße oder gefüllte Gans und Ente auf die Tische der Prüfer. Aber auch exotische Kreationen wie Bratwurstpralinen, Schokobratwurst, Wurstzigarren sowie Mango-Chili-Leberwurst kamen zur Verkostung. „Solche Produkte kann nur ein Handwerksmetzger herstellen. Das macht uns die Industrie nicht nach“, meinte Metzgermeister Dr. Ludwig Stuhlberger, der zu den prüfenden Sachverständigen gehörte. 

Letztendlich setzten sich die „Petrillos“ (Wurstzigarren) der Metzgerei Paulus aus Beratzhausen vor den „Salamitalern Walnuss“ der Metzgerei Walk aus Berching und der „Brechtwurst“ der Augsburger Metzgerei Goldstein durch. „Das Handwerk zeigt mit diesen Waren seine Innovationskraft“, so Rainer Hechinger stolz. 

Abschließend erklärte Georg Schlagbauer: „Die Prüfung ist ein Gradmesser der Qualität unserer Betriebe, da im Gegensatz zu anderen Tests dieser Art die Ware nicht vorproduziert werden kann. Sie wird erst kurz vor der Prüfung abgerufen.“ Der Verbraucher bekomme damit eine reale Einschätzung der Produktqualität. „Bei uns gibt es die Qualität die man sieht und nicht die, die auf der Verpackung abgebildet oder in Spots versprochen wird.“ Man kaufe sozusagen beim „Geprüften Metzger des Vertrauens“.

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Foto 1

Foto 2

Staatsehrenpreis für das Bayerische Metzgerhandwerk

Ausgezeichnete Qualität vom Original

Minister Brunner und Landesinnungsmeister Schlagbauer ehren Bayerns beste Metzger

„Der Einkauf von Lebensmitteln muss kein Lotteriespiel sein.“ Dies unterstrich Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister der bayerischen Handwerksmetzger bei der Übergabe der Staatsehrenpreise für das Bayerische Metzgerhandwerk durch Landwirtschaftsminister Helmut Brunner.

Im Max-Josef-Saal der Münchner Residenz zeichneten Brunner und Schlagbauer die zehn besten Metzgereien des Freistaates aus. Grundlage der Auswahl bildete die jährliche f-Qualitätsprüfung des Fleischerverbandes. Zu den Vergabekriterien gehören unter anderem Kontinuität, Vollständigkeit, Dokumentation und Wahrheitsgebot. Außerdem kamen nur diejenigen Bewerber in die engere Wahl, die bei der f-Qualitätsprüfung über fünf Jahre in mindestens drei Produktgruppen mit mindestens 15 Proben dauerhaft herausragende Ergebnisse erzielen.

Staatsminister Brunner betonte deshalb: „Bayerns Metzger verwöhnen uns mit einer geradezu unglaublichen Wurstvielfalt, die sie in ihren handwerklichen Traditionsbetrieben nach individuellen Rezepten und höchsten Qualitätsansprüchen fachmännisch herstellen.“ Auf diese Leistung könnten die Betriebe stolz sein, denn: „Hier unterscheiden Sie sich ganz eindeutig von industriell hergestellter Ware.“ Das Vertrauen ins heimische Handwerk, den einzigartigen Geschmack und die enge Kooperation in der Region bezeichnete Brunner als Trümpfe des Metzgerhandwerks. Den Verbrauchern gab er den Tipp: „Wer weiter denkt, kauft näher ein!“

Dies stellte auch Georg Schlagbauer in den Mittelpunkt. Dass viele industrielle Firmen mit Begriffen wie „handwerkliche Qualität“ werben, zeige deutlich wer das Original sei und wo Qualität ihren Ursprung habe. „Der Gang zum Metzger des Vertrauens spart den Fleischskandal“ wurde er deutlicher. Kritisch äußerte sich der Landesinnungsmeister zu EU-Plänen, die die den Meisterbrief als Voraussetzung für die Eröffnung eines Fleischer-Fachgeschäftes abschaffen möchten. „Der Meisterbrief ist die Garantie für den gelebten Verbraucherschutz in unseren Geschäften.“

Georg Schlagbauer sprach den Betrieben seinen Respekt aus, über einen längeren Zeitraum gleichbleibend hohe Qualität abzuliefern. Er bezeichnete die Geehrten als „Leuchttürme unseres Handwerks“. Besonders hob er den Anspruch der f-Qualitätsprüfung hervor. So kann im Gegensatz zu anderen Prüfungen das Produkt nicht für den Test produziert werden. Es wird aus der laufenden Produktion genommen und geben daher ein realistisches Bild der Qualität des Betriebes.

Abschließend zitierte Schlagbauer noch den irischen Schriftsteller Oscar Wilde: „Ich habe einen ganz einfachen Geschmack. Ich bin stets mit dem Besten zufrieden!“ Genau aus diesem Grund hätte er wahrscheinlich in einer der ausgezeichneten Metzgereien eingekauft.

Bildunterschrift: Georg Schlagauer (links) übergab mit Helmut Brunner (rechts) die Auszeichnungen.

Metzger helfen Metzgern

Unbürokratische Hilfe durch den Fleischerverband Bayern

„Im Mittelpunkt stand, die handwerklichen Metzgereien die durch das Hochwasser in Deggendorf und Passau besonders hart getroffen wurden, finanziell zu unterstützen. Es freut uns deshalb, dass viele Kollegen aus ganz Deutschland unserem Spendenaufruf nachgekommen sind.“ Dies unterstrich Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, bei der symbolischen Scheckübergabe mit Thomas Krinner, Obmann für Niederbayern, an Metzgermeister Josef Schiller in Deggendorf-Fischerdorf.

Der Landesinnungsverband für das bayerische Fleischerhandwerk hatte zu Spenden aufgerufen und ein dementsprechendes Konto eingerichtet. Er konnte insgesamt knapp 16.000 Euro sowie viele Hilfsangebote verbuchen. Der Betrag wurde vom Deutschen Fleischerverband um 6.500 Euro aufgestockt und kann nun an die betroffenen Betriebe weitergegeben werden. Insgesamt erhalten sechs Unternehmen aus den Bereichen Deggendorf und Passau finanzielle Hilfen aus dem Spendenkonto, informierte Georg Schlagbauer.

„Unbürokratische Hilfe ist in dieser schweren Zeit wohl die beste Möglichkeit, den Unternehmen zu helfen“, unterstreicht auch Hauptgeschäftsführer Rainer Hechinger. Den handwerklichen Betrieben fehle durch das Hochwasser die Einnahmequelle, einige seien in ihrer Existenz bedroht. Besonders freute sich Rainer Hechinger über die vielen Spenden, die von Mitarbeitern anderer Metzgereien gesammelt wurden. „Hier sieht man, dass unser Handwerk lebt und füreinander da ist.“ Die Bindung der Mitarbeiter zum Handwerksbetrieb stehe auf einer ganz anderen Basis als beispielsweise in der industriellen Produktion.

Landesinnungsmeister Schlagbauer forderte die Verbraucher auf, die Geschäfte wieder zu besuchen und einzukaufen: „Auch wenn noch nicht alles wieder am rechten Platz ist – die Produkte sind qualitativ auf höchsten Niveau und bieten besten Genuss. So wie Sie das beim Metzger ihres Vertrauens erwarten dürfen!“

Bildunterschrift: Georg Schlagauer (links) übergibt mit Thomas Krinner (rechts) den Spendenscheck über 6666,66 Euro an Metzgermeister Josef Schiller in Deggendorf-Fischerdorf.

Preissenkung der Discounter bei Frischfleisch

Das falsche Signal an die Märkte

„Wie hoch die Wertschätzung für das Lebensmittel Fleisch bei Discountern ist, zeigt sich in der Marktstrategie der Discounter“, so Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern. Er spricht dabei die unbefristeten Preissenkungen für Frischfleisch bei den Discountketten Aldi und Norma an.

Landesinnungsmeister Schlagbauer sieht in dieser Preisstrategie das „falsche Signal an die Märkte“. Der Wert des Lebensmittels Fleisch müsse wieder in den Vordergrund gerückt und das Vertrauen der Verbraucher wieder hergestellt werden. „Der Lebensmitteleinzelhandel hat durch die zahlreichen Skandale bereits viel kaputt gemacht und zeigt mit dieser Preissenkung, dass dieser Weg fortgesetzt werden soll.“ Leidtragende seien in erster Linie die Verbraucher sowie die Landwirte und Fleischer-Fachgeschäfte.

 „Jetzt die Preise senken, bedeutet mehr Druck auf die Landwirte auszuüben, die durch höhere Energie- und Futtermittelkosten ohnehin schon am Limit arbeiten.“  Es sei schon mehr als zynisch, wenn Billigfleisch bei Aldi unter dem Namen „Bauernglück“ vermarktet oder mit Begriffen wie „handwerkliche Herstellung“ verbunden werde. Im Rahmen der aktuellen Tierwohldebatte bezeichnet er die Preissenkung als „reinen Hohn“.

Im Preiskampf des Lebensmitteleinzelhandels haben die Innungsmetzger allerdings fast alle Argumente auf ihrer Seite. Neben hoher Produktqualität, Frische, kompetenter Beratung und Transparenz kommen Werte wie Regionalität und Nachhaltigkeit dazu. „Bei uns sind diese Werte nicht nur Marketingstrategie – die Meister im Fleischerhandwerk leben diese auch.“

Der Einkauf beim Metzger des Vertrauens ist in seinen Augen somit gelebter Verbraucher- und Umweltschutz. 

65. Bayerischer Fleischerverbandstag

„Solange ich Ministerpräsident des Freistaates bin, wird es kein weiteres Herumbasteln  an den Ladeöffnungszeiten geben.“ Dies sagte Ministerpräsident Horst Seehofer den ca. 100 Delegierten des 65. Fleischerverbandstages zu.

Auf Einladung des Fleischerverbandes Bayern trafen sich die  Obermeister der bayerischen Metzger-/Fleischer-Innungen in Neuburg an der Donau zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung. Höhepunkt war die Festrede des Ministerpräsidenten. Horst Seehofer, der vor allem die berufliche Bildung und den Bürokratieabbau in den Mittelpunkt stellte, sprach sich deutlich gegen die Hygieneampel und die Veröffentlichung von Hygieneverstößen im Internet aus.

Im Anschluss zeichnete er mit Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer die Sieger des Landesleistungswettbewerbes aus. „Das ist die bayerische Championsleague des Handwerks“, meinte Horst Seehofer schmunzelnd, als er Fachverkäuferin Jessica Hanson aus Friedberg und Metzger Stefan Wenisch aus Straubing gratulierte.

Landesinnungsmeister Schlagbauer forderte die Politik auf, bei gesetzlichen Regelungen die Belange des Handwerks intensiver zu berücksichtigen. In Bayern gebe es nach wie vor ca. 3800 Fleischer-Fachgeschäfte mit 35.000 Beschäftigten: „Das ist Spitze in Deutschland und zeigt unser Potenzial.“ Beispielhaft sprach er die EEG-Umlage an, die einen durchschnittlichen Betrieb mit 1700 Euro Mehrkosten pro Jahr belastet: „Von einer solchen Preiserhöhung, wie sie sich der Staat per Gesetz vergönnt, können wir als Handwerker nur träumen.“ Kritik übte Schlagbauer auch an der Erweiterung der Flächen für den Lebensmitteleinzelhandel von 800 auf 1200 qm im Zuge des Landesentwicklungsprogramms.  

Dass der Einkauf beim Innungsmetzger vor Ort nach wie vor beim Verbraucher einen hohen Stellenwert habe, hob Georg Schlagbauer besonders hervor. Der „Metzger des Vertrauens“ bietet neben Frische und Qualität nicht nur eine kompetente Beratung. Er steht mit seinem Namen für seine Produkte ein. „Im Metzgerhandwerk werden Werte wie Regionalität, Transparenz und Nachhaltigkeit noch gelebt und nicht als Marketingaktionen genutzt.“

Den Unterschied zwischen Industrie und Handwerk zeigte Markus Ferber, Bezirksvorsitzender der CSU Schwaben und Leiter der CSU-Europagruppe, auf. Er machte deutlich, dass das Handwerk gegenüber der Industrie auf EU-Ebene wieder stärker in den Fokus gerückt werden müsste. Die heutigen wirtschaftlichen Erfolge Deutschlands wäre auf die Kraft des Handwerks zurückzuführen. „Diese Kraft muss wieder in die Regionen zurückehren“, so Ferber.

„Regionalität ist unser Thema“, unterstrich dann auch Dr. Ludwig Stuhlberger, Metzgermeister aus Wartenberg. In seinem Vortrag „Das Metzgerhandwerk in der regionalen Wertschöpfungskette“ machte er deutlich, dass die Fleischer aus der Region und für die Region arbeiten. Die handwerklichen Metzger würden Mehrwert vor Ort schaffen und seien keinesfalls durch Dorfläden oder gar Direktvermarkter zu ersetzen. 

 

Offener Brief an Sigmar Gabriel

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

„Wir dürfen es nicht zulassen, dass sich nur noch Besserverdiener gesunde Lebensmittel aus dem Biomarkt leisten können.“

Mit dieser Aussage werden Sie in vielen lokalen und überregionalen Medien vom letzten Wochenende, wie zum Beispiel der Süddeutschen Zeitung vom 12. April 2013,  zitiert.

Ist das nun ein Kotau vor Ihrem Wunschkoaltionspartner oder gar Ihre persönliche Überzeugung? Wollen Sie tatsächlich wenigstens implizit die Behauptung aufstellen, nur im „Biomarkt“ könne man sich „gesund“ ernähren?

Der Umkehrschluss dazu wäre, dass, wer nicht im Bio“Markt“ kaufen kann, sich zwangsläufig ungesund ernähren muss.

Haben sie schon einmal Fleisch oder Wurst bei einer familiär geführten, handwerklichen Metzgerei, oder Fleischerei, wie es bei Ihnen heißt,  gekauft? Und dabei Sorge um Ihre Gesundheit gehabt?

Als Landesinnungsverband der handwerklich arbeitenden Metzger in Bayern alarmieren uns solche Aussagen in höchstem Maße. In Bayern arbeiten ca. 4000 Handwerksmetzgereien täglich mit großer Mühe daran, hochwertigste und (!) gesunde Lebensmittel herzustellen.  

Regionalität, Rückverfolgbarkeit, Nachhaltigkeit und Ursprünglichkeit sind die Ziele unserer Betriebe. Der Metzgermeister trägt dafür die persönliche und unmittelbare Verantwortung gegenüber seinem im Laden stehenden Kunden und versteckt sich nicht hinter irgendwelchen Firmenlabels einer anonymen Produktion! Den Kundenwünschen entsprechend nimmt natürlich auch der Anteil der Bioware kontinuierlich zu. „Gesunde“ Bioware gibt es also auch beim Metzger um die Ecke. Allerdings nicht zu Discountpreisen, sondern preis“wert“!

Vor allem die Bezeichnung „Markt“ lässt den Schluss zu, dass Sie und Ihre Partei den Verkauf von Lebensmitteln über große Einzelhandelsketten auf der Grünen Wiese bevorzugen. Das ist das Gegenteil von Kundenorientierung und Nachhaltigkeit. In vielen Dörfern und kleinen Gemeinden, nicht nur Bayerns, sondern auch Deutschlands, das kann ich Ihnen auch als Vizepräsident des Deutschen Fleischerverbandes versichern, haben alteingesessene Fleischereien schon aufgegeben. Dort gibt es für Fleisch und Wurst keine Nahversorgung mehr. Dafür aber die großen Einkaufsmärkte auf der grünen Wiese außerhalb der Gemeindestruktur. Wer nicht jung und mobil ist, hat eben Pech!

Ins Bild passt hier auch Ihre Forderung nach einer europäischen Lebensmittelpolizei. Das klingt zunächst gut und politisch höchst korrekt. Auf der anderen Seite lässt diese Forderung vermuten, dass Sie die Vermarktung von Lebensmitteln auf europäischer Ebene unterstützen. In unseren Augen wäre es dagegen sinnvoll die regionale Wertschöpfungskette in Deutschland zu intensivieren, Fördermöglichkeiten zu schaffen und damit handwerkliche Lebensmittelproduzenten zu stärken. Hier würde  auch der in Deutschland seit jeher auf hohem Niveau arbeitende Verbraucherschutz zur Geltung kommen und falsch deklariertes Fleisch aus industrieller Produktion wäre weit schwerer zu vermarkten.

Es ist bedauerlich, dass es den so traditionsbewussten Sozialdemokraten offensichtlich neuerdings nicht mehr genügt, jedem vermeintlichen Trend hinterher zu laufen, sondern ihn sogar noch überholen wollen.

Damit ehrbares und ebenso traditionsbewusstes Handwerk im besten Sinn durch den Rost fallen zu lassen, wird scheinbar als Kollateralschaden in Kauf genommen.

Schade!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Georg Schlagbauer

Landesinnungsmeister des Bayerischen Fleischerverbandes

Verwaltungsgerichtshof stoppt Veröffentlichung

Ende der undifferenzierten Veröffentlichung
Fleischerverband Bayern begrüßt Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes

„Der Verbraucherschutz ist ein wichtiger Bestandteil unserer täglichen Arbeit“, unterstreicht Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern. Er begrüßt deshalb die Eilentscheidung zu § 40 Abs. 1a LFGB (Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch) des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes, der erhebliche Zweifel an der Verfassungskonformität der Vorschrift geäußert hat.

Nach den am Montag veröffentlichten Eilbeschlüssen darf die Landeshauptstadt München lebensmittel- und hygienerechtliche Mängel, die bei Kontrollen festgestellt wurden, vorerst nicht mehr im Internet veröffentlichen. Bereits das Münchner Verwaltungsgericht begründete seine Entscheidung damit, dass die Veröffentlichung mit „überwiegender Wahrscheinlichkeit“ einen rechtswidrigen Eingriff in die Berufsfreiheit, in den Gewerbebetrieb und die allgemeine Handlungsfreiheit des Unternehmens darstelle. Rainer Hechinger, Hauptgeschäftsführer des bayerischen Fleischerverbandes betont, dass die Eintragungen in Teilen rechtswidrig seien, da nur Produktwarnungen aufgeführt werden dürfen. Auch Bayerns oberste Verwaltungsrichter bezweifeln, dass die Vorschrift mit dem Europarecht in Einklang steht. Dieses lasse eine Information der Öffentlichkeit nur dann zu, wenn es den hinreichend großen Verdacht eines Gesundheitsrisikos gibt.

Der Fleischerverband Bayern kritisiert von Anfang an die  undifferenzierte Veröffentlichung von Betrieben im Internet. Für eine Veröffentlichung reichte bisher bereits der Verdacht auf einen Verstoß. „Es gibt keine einheitliche Regelung, die die Arbeit der Verwaltungsbehörden vorhersehbar macht. Die Einschätzung der Schwere eines Verstoßes ist damit immer subjektiv“, so Georg Schlagbauer. Kritsch sieht der Landesinnungsmeister auch, dass die Veröffentlichungspflicht bereits bei 350 Euro beginnt. In der Praxis werde dabei ausschließlich die Tatbestandsseite betrachtet, nicht aber die Folgen für den Betrieb. „ Einen kleinen Handwerksbetrieb kann das Anprangern im Internet in den wirtschaftlichen Ruin treiben“, betont Georg Schlagbauer.  

Andererseits macht er deutlich, dass er in der Veröffentlichung für den Verbraucher keinen Mehrwert sieht. „Welchem Zweck soll die Veröffentlichung der Verstöße denn dienen, wenn nicht einem präventiven? Ich kann aber keine Prävention erkennen, wenn neben dem weitaus größten Teil der Veröffentlichungen die Mängel als ‚bereits behoben‘ beschrieben werden. Dann hat der Betrieb doch bereits reagiert! Die Mängel bestehen also, quasi amtlich bestätigt, nicht mehr. Vor  welcher Wiederholungsgefahr muss der Verbraucher denn da  geschützt werden?“ 

Georg Schlagbauer macht deutlich, dass sich der Fleischerverband für eine bayernweit einheitliche  Regelung einsetzt. „Es ist wichtig gemeinsam einen praxisnahe Ausgestaltung dieser Regelung bekommen, die einerseits den Verbraucherschutz im Auge hat und andererseits praktikabel für die Unternehmen ist.“  

Meisterbonus ist aktive Zukunftssicherung

Der Fleischerverband Bayern begrüßt den Beschluss der Staatsregierung, ab dem 1. September einen so genannten „Meisterbonus“ in Höhe von 1000 Euro einzuführen. Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer: „Der Meisterbonus zeigt, dass in Bayern die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung umgesetzt wird.“

Nachdem der bayerische Landtag die Abschaffung der Studiengebühren und die Einführung des Meisterbonus in die Wege geleitet hat, diskutierten nun die Abgeordneten in erster Lesung über das Begehren, das gemäß der bayerischen Landesverfassung von Ministerpräsident Horst Seehofer weitergeleitet worden war.

Vor allem im Hinblick auf den zunehmenden Fachkräfte- und Nachwuchsmangel sieht Georg Schlagbauer die positiven Aspekte. „Die Attraktivität der Meisterausbildung sowie ähnlicher Weiterbildungen im Handwerk wird wieder verstärkt. Das ist aktive Zukunftssicherung“, so der Landesinnungsmeister. Er macht deutlich, dass im bayerischen Fleischerhandwerk Jungmeister fehlen. „Viele Betriebe stehen zur Übergabe an die nächste Generation bereit, finden aber keine geeigneten Nachfolger.“ Der Beschluss zeige den politischen Willen, hier etwas zu ändern.

Der Meister als Symbol für Vertrauen, Transparenz und Nachhaltigkeit werde durch den Beschluss der Staatsregierung wieder gestärkt. „Vor allem im Lebensmittelbereich ist eine fundierte Ausbildung unverzichtbar“, so Schlagbauer. In dieser werden neben den praktischen Fertigkeiten vor allem theoretisches Wissen über Betriebsführung, Hygiene und Ernährung vermittelt. „Letzteres kommt in erster Linie den Verbrauchern zugute“, unterstreicht der Landesinnungsmeister.

 Georg Schlagbauer macht aber auch deutlich: „Der Meisterbonus kommt direkt bei den Teilnehmern einer Weiterbildungsmaßnahme an und trägt daher dazu bei, dass die Verbraucher weiterhin beim ´Metzgermeister ihres Vertrauens´ einkaufen können.“

Bestes Wasser für beste Produkte

Fleischerverband Bayern kritisiert Privatisierung der kommunalen Wasserversorgung

„Versteckt in einer Richtlinie, versucht die Europäische Kommission gerade ein Jahrhundertprojekt durchzusetzen – die Privatisierung der Wasserversorgung“, so Georg Schlagbauer, Münchner Stadtrat und Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern. Er befürchtet, dass im Rahmen dieser Entwicklung aus dem Allgemeingut „Wasser“ ein Spekulationsobjekt werden könnte, mit Folgen für die Lebensmittelproduktion in Bayern.

„Die bayerische Wasserqualität gehört wie die Produkte unserer bayerischen Metzger zu den besten, die Deutschland zu bieten hat“, erklärt Georg Schlagbauer. Die Fleischer-Fachgeschäfte seien bei der Herstellung ihrer Produkte auf frisches und qualitativ hochwertiges Wasser angewiesen. Dieses werde in der Regel durch die Kommunen bereitgestellt. Der Fleischerverband Bayern fordert die Städte und Gemeinden deshalb auf, sich selbstbewusst gegen Übernahmeangebote zu wehren, auch wenn kurzfristiger Profit zu winken scheint. Beispiele wie Berlin, wo momentan versucht wird eine Teilprivatisierung wieder rückgängig zu machen, zeigen, dass die Privatisierung eher zu höheren Preisen bei schlechterer Qualität führt.

Internetveröffentlichung bei Hygieneverstößen

Ende der undifferenzierten Veröffentlichung
Fleischerverband Bayern begrüßt Urteil des Münchner Verwaltungsgerichts

Der Fleischerverband Bayern begrüßt die Entscheidung des Verwaltungsgerichts München, Betriebe mit Hygieneproblemen nicht im Internet zu veröffentlichen. „Die Maßnahme ist unverhältnismäßig und kann einen kleinen Handwerksbetrieb in den Ruin treiben“, so Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern.

Der Landesinnungsmeister und Münchner Stadtrat Georg Schlagbauer unterstützt die Entscheidung des Münchner Kreisverwaltungsreferenten Wilfried Blume-Beyerle, bis auf weiteres keine Betriebe mehr im Internet zu veröffentlichen. Der Fleischerverband verweist hier auf die aktuelle Rechtslage. In mehreren Verwaltungsgerichtsurteilen klagten Gastronomen erfolgreich gegen ihre Nennung im Internet. Das Münchner Urteil erklärt explizit, dass die Veröffentlichung mit „überwiegender Wahrscheinlichkeit“ einen rechtswidrigen Eingriff in die Berufsfreiheit, in den Gewerbebetrieb und die allgemeine Handlungsfreiheit des klagenden Gastwirts darstelle.

Der Fleischerverband Bayern kritisiert von Anfang an die  undifferenzierte Veröffentlichung von Betrieben im Internet. In der Praxis wird dabei ausschließlich die Tatbestandsseite betrachtet, nicht aber die Folgen für den Betrieb. „ Einen kleinen Handwerksbetrieb kann das in den wirtschaftlichen Ruin treiben“, betont der Landesinnungsmeister der bayerischen Fleischer.

Andererseits macht er deutlich, dass er in der Veröffentlichung für den Verbraucher keinen Mehrwert sieht. „Welchem Zweck soll die Veröffentlichung der Verstöße denn dienen, wenn nicht einem präventiven? Ich kann aber keine Prävention erkennen, wenn neben dem weitaus größten Teil der Veröffentlichungen die Mängel als ‚bereits behoben‘ beschrieben werden. Dann hat der Betrieb doch bereits reagiert! Die Mängel bestehen also, quasi amtlich bestätigt, nicht mehr. Vor  welcher Wiederholungsgefahr muss der Verbraucher denn da  geschützt werden?“  

Rundfunkgebühren

Handwerk sieht neues Finanzierungssystem kritisch

„Die zum Jahreswechsel eingeführte Rundfunkgebühr für ARD, ZDF und den Deutschlandradio wird viele Handwerksbetriebe massiv belasten“, so Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern. Gerade Familienunternehmen mit Filialen würden die Mehrkosten hart treffen.

Laut Medienberichten sind die neuen Beiträge von Unternehmen in ungünstigen Fällen um das 15-fache höher als früher. Größere Filialbetriebe würden deutlich schlechter gestellt als gleich große Unternehmen mit nur einem Standort. „Diese Regelung fällt in eine Zeit, in der die Filialisierung im Metzgerhandwerk zunimmt“, betont der Landesinnungsmeister. Aufgrund fehlender Nachfolger müssten derzeit in Bayern viele Metzgereien geschlossen werden. Die Weiterführung als Filiale sie hier oft der einzige Weg, die Nahversorgung in Dorfzentren oder Stadtvierteln aufrecht zu erhalten.

Auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) erklärt: „Besonders hohe Zusatzlasten kommen auch auf die Unternehmen mit zahlreichen Filialen zu, die es vor allem im Lebensmittelhandwerk gibt. Viele Betriebe sind außerdem durch ihren hohen Anteil von Teilzeitbeschäftigten belastet, die allesamt voll in die Beitragsermittlung eingehen. Diese neuen Kosten addieren sich oft auf viele tausend Euro. Spätestens mit der ersten Beitragsrechnung wird hier wieder sehr viel Unmut erzeugt werden.“

Georg Schlagbauer fordert daher, den Rundfunkbeitrag nicht an Filialen, sondern dem Gesamtunternehmen anzusetzen. Kritik äußert er auch daran, dass alle Fahrzeuge in die Abgabepflicht einbezogen werden. „Das schafft Zusatzbelastungen für die Familienunternehmen.“

Fleischatlas 2013

Plädoyer für den Einkauf beim Metzger nebenan

Die objektiven Zahlen des „Fleischatlas 2013“ zeigen als ungewollten Nebeneffekt die Bedeutung und Wertigkeit des Produktes Fleisch für den Verbraucher. Damit rückt die handwerkliche Herstellung und Verarbeitung von Fleisch- und Wurstwaren wieder in den Vordergrund. „Das darf man ruhig als unbeabsichtigten Kollateralschaden gegen den angeblichen überhöhten Fleischkonsum sehen“, so Rainer Hechinger, Hauptgeschäftsführer des Fleischerverbandes Bayern.

„Der Fleischerverband Bayern spricht sich in diesem Zusammenhang für eine ausgewogene Ernährung aus, zu der natürlich Fleisch- und Wurstwaren gehören“, so Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer. Man könne keinesfalls davon ausgehen, dass heute zu viel Fleisch gegessen werde. Im Jahr 1449 erhielten verarmte Bürger in München eine Wochenration von 1440 g Fleisch, was im Jahr ca. 75 kg entspricht. Der durchschnittliche Fleischverzehr in dieser Zeit lag bei ca. 100 kg, während heute ca. 60 kg/Jahr konsumiert werden.

Die bayerischen Fleischer-Fachgeschäfte nutzen vorwiegend Rohstoffe aus der Region. Dadurch entstehen nicht nur kurze Transportwege. „Die Herkunft der Tiere wird für die Verbraucher transparenter und die Zusammenarbeit mit den Landwirten vor Ort stärkt die Wertschöpfungskette in der Region“, so Georg Schlagbauer. Viele bayerische Metzger würden auch noch selbst schlachten und kennen daher die Umstände der Aufzucht. Vor allem aber sind sie sich ihrer ethischen Verantwortung bewusst.

„Der Landesinnungsverband für das bayerische Fleischerhandwerk dankt den Verfassern des Fleischatlas 2013 ausdrücklich für die profunden Fakten. Ein besseres Plädoyer für den Einkauf beim Metzger um die Ecke hätten die Fleischer selbst nicht halten können“, so Rainer Hechinger.

Großbetriebe entziehen sich Veröffentlichungspflicht

Großbetriebe klagen erfolgreich gegen Veröffentlichung im Internet - Fleischerverband Bayern fordert gleiches Recht für alle!

Seit drei Monaten besteht bei Hygienemängeln in Lebensmittelbetrieben bundesweit eine Veröffentlichungspflicht im Internet. Diese wird in den Ländern jedoch nicht einheitlich umgesetzt und führt somit zu Wettbewerbsverzerrungen, kritisiert Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern.

Wie den Medien zu entnehmen ist, verhindern viele Großbetriebe diese Veröffentlichung, indem sie einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht stellen. Betroffen von der Veröffentlichungspflicht sind nach dem Gesetz alle Unternehmen, über die ein Bußgeld für  Hygienevergehen  von  insgesamt über 350 Euro verhängt wird. Mittlerweile stehen bereits 100 Betriebe auf dieser Liste. Neben einem großen Teil von Unternehmen aus dem gastronomischen Bereich, sind auch Meisterbetriebe des Fleischerhandwerks betroffen.

Der Fleischerverband Bayern kritisiert von Anfang an die  undifferenzierte Veröffentlichung von Betrieben im Internet. Die Praxis ist nämlich, dass dabei ausschließlich die Tatbestandsseite gesehen wird, nicht aber die Folgen für den Betrieb.

Georg Schlagbauer:
„Welchem Zweck soll die Veröffentlichung der Verstöße denn dienen, wenn nicht einem präventiven? Ich kann aber keine Prävention erkennen, wenn neben dem weitaus größten Teil der Veröffentlichungen die Mängel als ‚bereits behoben‘ beschrieben werden. Dann hat der Betrieb doch bereits reagiert! Die Mängel bestehen also, quasi amtlich bestätigt, nicht mehr. Vor  welcher Wiederholungsgefahr muss der Verbraucher denn da  geschützt werden?“  

Dagegen sieht Schlagbauer die Bayerische Staatsregierung  auf dem richtigen Weg. Hier wird ein Interessenausgleich zwischen den schutzwürdigen Belangen der Verbraucher, zuallererst in der Information über  gefährliche Lebensmittel, und den schutzwürdigen Interessen der Handwerksbetriebe  gesucht, deren Ruf durch eine nicht notwendige und unreflektierte Veröffentlichung dauerhaft geschädigt werden kann.

Georg Schlagbauer:
„ Einen kleinen Handwerksbetrieb kann das in den wirtschaftlichen Ruin treiben. Geradezu bizarr werden diese Folgen dann, wenn schon alles behoben ist! Und Fehler passieren überall und immer wieder. Entscheidend ist, dass daraus gelernt und die richtigen Konsequenzen gezogen werden. Im Interesse von beiden Seiten. Der Verbraucher und der ehrlich und sauber arbeitenden Betriebe!“

Kritisch sieht der oberste bayerische Metzger die Entwicklung, dass  sich vor allem die industriell geprägten Betriebe durch Klagen und Eilanträge vor Verwaltungsgerichten der Veröffentlichung zunehmend erfolgreich entziehen: „Das zeichnet ein falsches Bild und führt die Veröffentlichungspflicht ad absurdum. Die Liste ist damit keine Verbraucheraufklärung mehr.“ Georg Schlagbauer fordert daher eindeutige, nachvollziehbare und verbindliche bundesweite Regelungen. „Der Fleischerverband Bayern fordert eine verhältnismäßige, beiden Seiten gerecht werdende Umsetzung.“

Georg Schlagbauer:
„Wir bieten allen Beteiligten ausdrücklich konstruktive Gespräche an, denn der Verbraucherschutz steht im Mittelpunkt unserer Arbeit.“

Regionalität im Trend

31. f-Qualitätsprüfung: 806 Proben aus 225 Betrieben im Test

„Bayern hat die hohen Erwartungen an die Qualität von Wurst- und Fleischprodukten in vollstem Umfang erfüllt“, lobte Dr. Wolfgang Lutz vom Deutschen Fleischer-Verband. Er hatte als Prüfer an der 31. f-Qualitätsprüfung des Fleischerverbandes Bayern teilgenommen. Dabei wurden von 76 Prüfern in zwei Tagen 806 Proben aus 225 Betrieben begutachtet.

SvenjaFries, die technisch-technologische Beraterin des Verbandes, konnte abschließend feststellen, dass 56 Prozent der eingesandten Proben Gold, 27 Prozent Silber und 14 Prozent Bronze bekommen hätten. Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer unterstrich: „Die Qualität der eingesandten Produkte hat die Stärke der bayerischen Innungsmetzger gezeigt.“ Er machte deutlich, dass es wichtig für die Betriebe sei, sich neutralen Qualitätsprüfungen zu stellen, um zu sehen wo es Entwicklungsmöglichkeiten auf der Produktseite gibt. Obwohl sich die  Fachgeschäfte täglich der „strengsten Jury der Welt, dem  Kunden“ stellen, seien die Hinweise von neutralen Sachverständigen immer willkommen. 

 Ein Trend, der sich an den eingesandten Waren ablesen ließ, ist die Regionalität. Produkte wie  „Altöttinger Stumpen“ oder „Allgäuer Hirschsalami“ zeigen, dass die Metzgerei „das Besondere“ bietet und sich damit von Discountern und Supermärkten absetze. Dies hob auch Prof. Andreas Stolle hervor, der die fachliche Leitung der Prüfung hatte. Er freute sich über die vielen „jungen Prüfer“: „Das zeigt, dass die Prüfung lebt und das Handwerk eine Zukunft hat!“

Die Prüfung fand in den Praxisräumen der Fleischerschule Augsburg statt. An jedem Tisch testen drei Sachverständige in einer Gruppe, die sich meist aus zwei Metzgern und einem Veterinär zusammensetzte. In jedem Raum gab es einen Schiedsgutachter, der bei Unstimmigkeiten am Tisch schlichten konnte. Auch Georg Schlagbauer, als Vorsitzender, war während der Prüfung anwesend und ließ sich von den Prüfern über die Waren informieren.

Metzgermeister Andreas Jais aus Luttenwang, der unter anderem Mettwürste prüfte, lobte die hohe handwerkliche Qualität der Produkte und hob vor allem die unterschiedlichen Geschmacksnoten hervor. „Da macht das Prüfen Spaß!“ Als „sehr exotisch“ bezeichnete Metzgermeisterin Christine Lotter aus Sulzbach-Rosenberg, einige Salamis, die ihr zur Prüfung vorlagen. Es sei aber wichtig, den Geschmack der Kunden zu treffen und diese mit außergewöhnlichen Produkten vom Fachgeschäft zu überzeugen. Besonders lobte sie  Gipfelstürmer-Würste, kleine Brotzeitwürstl mit Edelschimmel, die trotz des einfachen Abbeißens „super geschmeckt“ hätten.

Prof. Stolle erklärte, dass anhand der eingesandten Produkte deutlich werde, dass man wieder mehr mit exotischen Gewürzen oder süßen Zutaten arbeite. „Der Geschmack der Verbraucher hat sich geändert und man sieht deutlich, wie die Fachgeschäfte diesen Trend aufgreifen.“

 

Bundessieger aus Bayern

Stefan Wenisch gewinnt Bundesleistungswettbewerb der Fleischerjugend

„Die hohe Ausbildungsqualität unserer bayerischen Betriebe hat sich wieder einmal durchgesetzt“, freute sich Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer über den Sieg des Straubingers Stefan Wenisch beim Bundesleistungswettbewerb der Fleischerjugend im Berufsschulzentrum für Ernährung und Hauswirtschaft in Wilkau-Haßlau.

Bei diesem Wettbewerb wird den Kandidaten alles abverlangt, was sie sich in ihrer dreijährigen Ausbildung im Fleischerhandwerk angeeignet haben: Geschicklichkeit, Ausdauer und Kraft, vor allem aber Nervenstärke und Konzentrationsvermögen. Denn alle 18 Disziplinen des zweitägigen Wettbewerbs sind nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern werden auch in einer eng gesteckten Zeitvorgabe abgefordert.

Die besten Nachwuchskräfte aus den Ausbildungsgängen Fleischer/in und Fleischerei-Fachverkäufer/in hatten sich bereits auf Kammer- und danach auf Landesebene gegen ein ausgesuchtes Bewerberfeld durchgesetzt. Georg Schlagbauer unterstreicht deshalb: „Alle Teilnehmer sind bereits Sieger und Botschafter unseres Handwerks.“ Nur mit viel Kreativität und Liebe zum Beruf sei ein Sieg bei diesem Wettbewerb möglich.

Stefan Wenisch, der momentan ein Praktikum an der Fleischerschule Augsburg absolviert, will nun weiter an seiner Karriere arbeiten. Dabei stehen der Meistertitel, der Betriebswirt und eine Wanderzeit an. „Ich will weiter Erfahrungen sammeln“, so der 19-Jährige, der im Betrieb seiner Eltern in Straubing gelernt hat. Er freut sich, in seinem Traumberuf so weit gekommen zu sein: „Die Konkurrenz war schon stark, aber ich war sehr gut auf den Wettbewerb vorbereitet.“

Parlamentarischer Abend in Berlin

Forderungen an das Kulinarische Herz

„Die Region steht im Mittelpunkt unserer Arbeit. Wir leben von und mit ihr.“ Das machte Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer vor ca. 200 Parlamentariern deutlich. Zusammen mit den ostfriesischen Fleischern unter Führung von Benno Applhagen veranstaltete der Fleischerverband Bayern in Berlin einen Parlamentarischen Abend.

„Kurze Reden und langes Büfett.“ Unter diesem Motto steht die bereits traditionelle Veranstaltung, die im Foyer des Bundestages stattfindet. Über 200 Abgeordnete hatten sich angemeldet, um die Spezialitäten aus dem Norden und Süden zu genießen. „Für einen Abend machen wir die politische Mitte Deutschlands zum kulinarischen Herz“, erklärte Schlagbauer schmunzelnd.

In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte er die regionale Wertschöpfungskette und machte deutlich, dass es ohne handwerkliche Metzgereien auch keine kleinen Landwirte mehr geben wird. Besonders in Bayern mit seiner eher kleinteiligen Struktur würde dies „katastrophale Folgen“ für die Region haben. Ausdrücklich wies der Landesinnungsmeister auf die Ebermast hin. „Die damit einhergehenden Auflagen können nur große Schlachthöfe leisten. Die selbstschlachtenden Handwerksbetriebe haben das Nachsehen.“ Er unterstrich die Forderung des Deutschen Fleischer-Verbandes nach einer Kastration unter Betäubung „die natürlich den Ansprüchen des Tierschutzes entspricht“.

Mit seinen Forderungen und Ausführungen stieß er auf offene Ohren, was die anschließenden Gespräche mit den Politikern zeigten. Einige Stunden vor der Veranstaltung hatte eine Ausschusssitzung zum Thema Tierschutz stattgefunden, weshalb viele der Abgeordneten mit dem Thema vertraut waren und nun Feedback aus der Praxis bekamen.

Außerdem ging Georg Schlagbauer auf die EEG-Umlage ein. Er stellte heraus, dass ein Betrieb mit 100.000 kwh im Jahr ab 2013 ca. 1700 Euro mehr zahlen müsse und hob hervor, dass die EEG-Umlage seit 2003 bereits um 200 Prozent gestiegen sei. In den folgenden Gesprächen stellte sich heraus, dass die Politiker durchaus mit diesen Kostensteigerungen vertraut waren. Deutlich wurde aber auch, dass hier vor der Bundestagswahl nicht mehr viel bewegt werden könne.

Abschließend unterstrich Schlagbauer: „Mit der Unterstützung des Mittelstandes – der familiengeführten Unternehmen – in der Region können wir in Deutschland gemeinsam ein nachhaltiges und zukunftssicheres System aufbauen, welches Werte achtet und Leistungen anerkennt. Lassen Sie uns dies gemeinsam tun – das Fleischerhandwerk wird dabei ein verlässlicher Partner sein.“

Michael Goldmann, Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, schloss sich diesem Appell gern an. Es könne nicht sein, dass eine Nachhaltigkeitsdebatte in der heutigen Zeit mit der ökologischen Produktion abgeschlossen sei. „Zur Nachhaltigkeit gehört auch, dass Sie Arbeitsplätze vor Ort anbieten und Mehrwert sowie Zukunft in der Region schaffen.“ Hierzu müsse auch die Politik eine Definition finden: „Was ist Regionalität und wie sieht die regionale Kette aus?“ Er versprach, dieses Thema im Bundestag auf die Tagesordnung zu bringen und die Regionalität dabei nicht zu verwässern.

„Ohne die 16000 Fleischer-Fachgeschäfte wäre Deutschland nicht das was es ist“, hob Ernst Hinsken, Parlamentarischer Staatssekretär a.D. beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, hervor. „1200 Wurstsorten – das ist einmalig in der Welt und darauf sollten wir stolz sein!“ Die Metzgermeister seien Unternehmer und keine Unterlasser und würden damit einen aktiven Beitrag zu einer stabilen Gesellschaft leisten.

Enno Appelhagen übergab zusammen mit, Dr. Ludwig Stuhlberger an den Parlamentarischen Staatssekretär Peter Bleser eine Urkunde und ernannte ihn zum „Botschafter für Küste und Berge“. Mit dieser Ernennung sei der Wunsch verbunden, dass sich Bleser weiter für die Zukunft des regionalen Ernährungshandwerks und der regionalen Landwirtschaft einsetzt. Staatssekretär Bleser dankte und gab schmunzelnd zu bedenken, dass er gern für die regionalen Genüsse einstehe. Er machte ebenfalls deutlich, dass ihm der Erhalt der regionalen Wertschöpfungskette ein „Herzensziel“ sei. Er freue sich deshalb auch schon sehr auf die Eröffnung des Büfetts.

Die kulinarischen Kostbarkeiten aus Bayern wurden von den Mitarbeitern der verbandseigenen Fleischerschule in Augsburg – zubereitet und den Parlamentariern kredenzt. Snjezana Ganzenmüller, Verena Hög und Maximilian Settele sorgten für gute Laune sowie Fachgespräche am Büfett und Anton Schreistetter schenkte bayerisches Bier aus. Lob für das leckere Essen gab es von allen Seiten.

Erhöhung der Ökosteuer gefährdet Handwerksbetriebe

Metzger zahlen die Billig-Wurst im Discounter

„Und wieder sollen Verbraucher und Handwerk für die Industrie zahlen“, ärgert sich Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, über die Äußerungen des Wirtschaftsministers Phillip Rösler.

Rösler will die energieintensiven Unternehmen bis zum Jahr 2022 von der Ökosteuer ausnehmen. Die rund 25.000 betroffenen Betriebe sollen den Vorteil nur erhalten,  wenn sie ab sofort bis 2015 jedes Jahr 1.3 Prozent Energie einsparen. Ab 2016 müssen es 1,35 Prozent sein, danach wird jährlich neu evaluiert.

Tatsächlich ist die energieintensive Industrie nicht nur von der Ökosteuer befreit, sie zahlt auch keine EEG-Umlage und keine Netzentgelte. „Das übernehmen unsere Handwerksbetriebe und die Verbraucher“, so Georg Schlagbauer. Insgesamt verursacht das im Jahr laut Umweltministerium Kosten von 2,5 Milliarden Euro. „Der kleine Innungsmetzger finanziert mit seinem steigenden Beitrag die sinkenden Wurstpreise der industriellen Massenproduktion in den Discountern, denn durch unsere Mehrbelastung wird die Industrie entlastet.“ Die handwerklichen Metzgereien würde diese Regelung besonders treffen, weil sie durch die Kühlräume und Maschinen zu den energieintensiven Handwerkszweigen zählen.

Georg Schlagbauer weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die bayerischen Innungsmetzgereien bereits nachhaltig produzieren, da sie ihre Rohmaterialien im Gegensatz zur Industrie aus der Region beziehen und vor Ort verkaufen. „Die Ökosteuer hat eine Lenkungswirkung und soll in erster Linie der Natur nützen und nicht der Industrie“, so der Landesinnungsmeister.

Nach der Sommerpause entscheidet das Parlament über die Gesetzesvorlage von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, energieintensive Großbetriebe bis 2022 von der Ökosteuer auszunehmen. Das bayerische Metzgerhandwerk fordert stattdessen, Entlastungsmöglichkeiten für Unternehmen stärker auf mittelständische Energieverbraucher zuzuschneiden. So sollte für energieintensive Betriebe die Entlastung bei der EEG-Umlage bereits bei 0,1 Gigawattstunden (GWh) beginnen.

 

 

Kritik an Aussagen des DGB

Schlagbauer: Wer - wenn nicht Meister - können Lehrlinge kompetent ausbilden?

„In den handwerklichen Metzgereien zählt die Ausbildung seit Jahrhunderten zu den Kernkompetenzen. Wer - wenn nicht ein Meister – kann Lehrlinge kompetent ausbilden“, fragt Georg Schlagbauer. Der Landesinnungsmeister des bayerischen Metzgerhandwerks ärgert sich über die Aussagen des Deutschen Gewerkschaftsbundes, dass die Betriebe des Lebensmittelhandwerks „nicht ausbildungsfähig“ wären. Damit treffe der DGB nicht nur die Branche, sondern auch die Azubis, die sich für einen zukunftssicheren Job im Lebensmittelhandwerk entschieden haben.

Handwerksmeister sind traditionell Respekts- und Vertrauenspersonen. Genau aus diesem Grund werden ihnen junge Menschen zur Ausbildung anvertraut. „Diese Verantwortung nehmen die bayerischen Metzgereien sehr ernst“, unterstreicht Georg Schlagbauer, der am Münchner Viktualienmarkt eine Metzgerei betreibt und im Stadtrat der Landeshauptstadt sitzt.

Die Aussage des DGB könne man daher nicht so stehen lassen. Dieser erklärt unter anderem, dass die Abbrecherquote in den Lebensmittelhandwerken sehr hoch sei. Dafür gibt es allerdings laut Landesinnungsmeister eine einfache Erklärung: „Die handwerklichen Metzgereien vor Ort  nehmen ihre soziale Verantwortung wahr und bieten auch schwächeren Jugendlichen die Möglichkeit, eine Lehre zu beginnen.“ Diese würden durch die familiäre Anbindung in den Betrieben oft bis zum Abschluss geführt und erhalten dann einen festen Platz im Unternehmen und damit die Option auf ein sorgenfreies Leben.  Da in den handwerklichen Fachbetrieben Meister die Ausbildung vornehmen, sei eine hohe Qualität gewährleistet, fügt Schlagbauer an.

Der Landesinnungsmeister weist weiterhin darauf hin, dass er im Münchner Stadtrat bereits einen Vorschlag zur besseren Betreuung der Lehrlinge eingebracht habe. Betreuer sollten die Auszubildenden in den ersten Monaten begleiten und unterstützen. Dies sei in der Landeshauptstadt von der DGB-nahen SPD-Fraktion abgelehnt worden.

Im Gegensatz zur DGB-Expertise sieht Schlagbauer in den hohen Abbruchzahlen kein Indiz für die schwindende Attraktivität der Ausbildungsberufe. Viele Auszubildende hätten aufgrund der Vermittlung ein falsches Bild vom Beruf und würden sich deshalb nicht bewerben. „Ein Attraktivitätsproblem haben wir nicht, aber an unserem Image müssen wir arbeiten!“ Durch den Einsatz moderner Maschinen und den Umgang mit gesunden Lebensmitteln sowie der Ernährungsberatung habe sich das Berufsbild schon lange gewandelt, so der Landesinnungsmeister.

Aufklärung – aber nicht auf dem Etikett

Festveranstaltung zur 30. f- Qualitätsprüfung in Neusäß

„Sie als Handwerksmetzger bestehen täglich vor der strengsten Jury, Ihren Kunden“, unterstrich Staatsminister Dr. Marcel Huber vor ca. 600 Gästen in der Neusässer Stadthalle. Mit Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer zeichnete er dort die erfolgreichen Teilnehmer der 30. f-Qualitätsprüfung aus. 281 bayerische Fleischer-Fachgeschäfte hatten sich mit 905 Produkten beteiligt. 

„Ein hervorragendes Ergebnis, das unseren Anspruch zeigt, die Besten zu sein“, so fasste Landesinnungsmeister Georg Schlagbauer die Ergebnisse der 30. f-Qualitätsprüfung zusammen. 55 Prozent der Proben konnten mit Gold, 31 Prozent mit Silber und 14 Prozent mit Bronze bewertet werden. Dies zeige, dass handwerkliche Qualität vom „Original“ nicht ersetzbar sei.
Dass das Thema Qualität beim Verbraucher durchaus kritisch hinterfragt wird, könne für das Fleischerhandwerk nur von Vorteil sein, so Schlagbauer.

Eine ehrliche und transparente Diskussion über Lebensmittel stehe schon lange aus, denn die Wünsche und Ansprüche derVerbraucher stünden im Gegensatz zu ihrem Einkaufsverhalten. Im Mittelpunkt der Kundenwünsche stehen Regionalität und Nachhaltigkeit. Trotzdem würde oft zu Bioprodukten gegriffen, die mehrere Tage auf See unterwegs waren, ärgerte sich der Landesinnungsmeister. Hier gelte es, auf beiden Seiten einen Umdenkprozess anzustoßen. Eine Aufklärung der Verbraucher sei nötig „und zwar nicht nur auf dem Etikett, wie es die Industrie gerne hätte“.

Die Fleischer-Fachgeschäfte müssten die Öffentlichkeit suchen und zeigen, dass sie die hohen Ansprüche der Verbraucher schon seit langem erfüllen. Kritisch äußerte sich Georg Schlagbauer zum Thema Landesentwicklungsplan und forderte von Staatsminister Huber: „Lassen Sie unsere Innenstädte nicht veröden. Wenn alles auf die Grüne Wiese zieht, gibt es in den Zentren bald nur noch Banken und Anwälte.“



Festredner Dr. Marcel Huber unterstrich: „Auch wir sind daran interessiert, die Innenstädte lebenswerter zu machen und da gehört ihr Handwerk dazu.“ Der Staatsminister lobte die „hohe Handwerkskunst“, die die Teilnehmer der f-Prüfung bewiesen hätten. Als Tierarzt könne er die hohe Wertigkeit des Qualitätswettbewerbes einschätzen. So garantiere die kurzfristige Probennahme, dass nicht extra für die Prüfung produziert werde, sondern alles aus der laufenden Produktion stamme. „Eine Auszeichnung hier und heute ist wirklich etwas wert!“


Das Metzgerhandwerk trage mit seiner hohen Qualität entscheidend dazu bei, dass Bayern ein Genussland sei, das andere Regionen schätzen und beneiden. „Unsere kulinarische Vielfalt ist in Deutschland oder gar in Europa nicht selbstverständlich.“ Das sei ein Verdienst der bayerischen Lebensmittelhandwerke.

30. f-Qualitätsprüfung des Fleischerverbandes

Gold für Bayerns Metzger

Augsburg (pr) – „Eine ,scharfe Wittwe’ probiert man nicht jeden Tag“, schmunzelt Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, und beist in eine Wurst mit Chili. Er ist Vorsitzender bei der 30. f-Qualitätsprüfung des  Verbandes in der Fleischerschule Augsburg. Hier lassen die bayerischen Metzger ihre Produkte auf Herz und Nieren, aber vor allem auf den Geschmack prüfen. 

„Das bayerische Metzgerhandwerk hat sein Können wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, freute sich Schlagbauer bei der Abschlussbesprechung der zweitägigen Prüfung. 55 Prozent der 905 eingesandten Proben aus dem Freistaat erreichten die Höchstpunktzahl und damit Gold. Weitere 31 Prozent konnten mit Silber und 14 Prozent mit Bronze ausgezeichnet werden. Wichtig sei vor allem die Vielfalt der eingesandten Waren. Produkte wie „Metzgerschinken mit Karamellüberzug“ oder „Ananas-Pfeffer-Schinken“ würden die Kreativität des Handwerks zeigen.

Die Produkte wurden von Sachverständigen in der Fleischerschule Augsburg geprüft, nachdem alle Hinweise auf den Hersteller entfernt worden. Die Prüfteams setzten sich aus Metzgermeistern und Veterinären zusammen. Voraussetzung ist ein Prüferausweis, dem wiederum einen Lehrgang vorausgeht. Nach dieser sensorischen Prüfung in der Fleischerschule, findet noch eine mikrobiologische Prüfung in einem Labor statt. Dort werden die Produkte auf Keime, zum Beispiel Salmonellen untersucht. 

Das Besondere an der f-Qualitätsprüfung ist die Neutralität. Während bei anderen Prüfungen gezielt für den Wettbewerb produziert werden kann, ist dies bei der f-Prüfung nicht möglich. Die Fleischer-Fachgeschäfte melden ihre Produkte zwar für Prüfung an, wissen aber nicht, wann diese stattfindet. „Die Proben werden dann kurzfristig telefonisch abgerufen und müssen deshalb aus der laufenden Produktion genommen werden“, so Svenja Fries, die technisch-technologische Beraterin des Verbandes.

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Kulinarische Tradition mit Zukunft

Ausbildung im Fleischerhandwerk bietet viele Perspektiven
„Perspektiven kann man jungen Leuten geben und nehmen – wir aber geben den Auszubildenden eine sichere Zukunft mit vielen Perspektiven“, unterstreicht Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister der bayerischen Metzger. Der Münchner Stadtrat und Metzgermeister weiß, dass die Lebensmittelhandwerke und damit auch die Berufe Fleischer und Fachverkäuferin wieder mehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen.

Die Lehrstellensituation sieht er als Herausforderung für die Betriebe seines Handwerks, denn er rechnet mit ca. 400 freien Stellen.Nach einer Ausbildung im Fleischerhandwerk stünden die Chancen gut, vom Lehrbetrieb übernommen zu werden. Außerdem gebe es zahllose Möglichkeiten, die Karriereleiter weiter nach oben zu klettern. „Die Richtungen sind vielfältig und gehen von der Selbstständigkeit nach der Meisterausbildung über die Arbeit als Koch bis hin zur Weiterbildung im Veterinärbereich oder einem Studium“, meint Schlagbauer. Die Verkäuferinnen könnten nach der Ausbildung nicht nur in der Metzgerei, sondern auch in anderen Verkaufsstellen oder Küchen arbeiten. Die Ausbildung sei deshalb in den letzten Jahren auch anspruchsvoller geworden.

Das Image des Berufes habe sich positiv geändert, da das Lebensmittel Fleisch und der Umgang damit immer wieder in den Medien zu finden sei. Es stünden nicht mehr nur das Essen an sich, sondern die korrekte Herstellung und der kulinarische Genuss sowie eine entsprechende Beratung im Mittelpunkt des Einkaufs. Die Verantwortung der Produzenten habe deshalb zugenommen und die Wertschätzung des Berufsbildes sei gestiegen: „Man spricht nicht umsonst vom Metzger des Vertrauens“, erklärt Georg Schlagbauer.

„In unseren Familienbetrieben werden deshalb Spezialisten ausgebildet“, hebt der Metzgermeister hervor, der stolz auf seinen Berufsstand ist. Das Fleischerhandwerk gehöre zu den ältesten Handwerksberufen überhaupt und verbinde heute die modernen Ansprüche und Ernährungswünsche der Kunden mit traditionellen Rezepten und Herstellungsweisen.

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Internetportal www.lebensmittelklarheit.de

Die Verbraucher nicht weiter verunsichern
Als „Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnet der Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, Georg Schlagbauer, das Internetportal www.lebensmittelklarheit.de der Bundesverbrauchschutzzentrale. 

„Hier wird dem kritischen Verbraucher die Möglichkeit gegeben, sich über die industriell gefertigten Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe zu informieren. In den handwerklichen Metzgereien brauchen die Kunden allerdings kein Internet, denn hier kann man einfach an der Theke nachfragen.“ 

Die Verunsicherung der Verbraucher beim Lebensmitteleinkauf wachse stetig, gibt Metzgermeister Schlagbauer zu bedenken. Viele Skandale der Lebensmittelindustrie lassen die Sorge wachsen, minderwertige oder sogar die Gesundheit schädigende Waren zu kaufen oder bewusst falsch informiert zu werden. „Der Drang nach immer billigeren Produkten zwingt die Industrie zu einem billigen Einkauf. Dementsprechend setzten sich dann auch die Waren zusammen“, erklärt Schlagbauer. Die handwerklichen Metzger dagegen würden auf regionale Produkte und Kreisläufe setzen und sich nicht am Weltmarkt mit günstigen Rohstoffen eindecken.

Die neue Lebensmittelkennzeichnungsverordnung der Europäischen Union setze nun strenge Maßstäbe. „Die Verbraucher sollen nicht mehr so leicht in die Irre geführt werden können, indem nur bestimmte Angaben zu einem Produkt gemacht werden“, so Schlagbauer. Während die Industrie nun nach Maßnahmen sucht, um die Verbraucher zu beruhigen und dazu sogar Telefon-Hotlines einrichten möchte, sieht Schlagbauer das bayerische Fleischerhandwerk gut gerüstet: „Bei uns steht das Gütesiegel nicht auf der Verpackung, sondern hinter der Theke!“ In den Fachgeschäften könne man sich umfassend bei geschultem Fachpersonal über die frischen Produkte und deren Herkunft informieren.