1. Bayerischer Fleischer-Fachkongress in Würzburg

Einkauf beim Metzger 2.0

Rainer Hechinger ehrte Ramona Hampp mit Anselm Bilgri und Georg Schlagbauer.

„Unser Handwerk ist im Wandel. Wir sind Genusshandwerker“, unterstrich Georg Schlagbauer, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern, im Rahmen des 1. Fleischer-Fachkongresses in Würzburg. Im Mittelpunkt standen unter anderem Themen wie Tierwohl, die Digitalisierung sowie der Nachwuchs- und Fachkräftemangel.

In Würzburg zeigten die bayerischen Fleischer diesen Wandel auch nach außen, denn aus dem traditionellen Verbandstag wurde ein Fachkongress, der sich mit aktuellen Themen und Trends beschäftigte. Als Gäste konnten unter anderem Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, sowie Dr. Lothar Semper, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Handwerkskammertages, begrüßt werden. Georg Schlagbauer machte deutlich, dass der Wandel in den Betrieben längst begonnen habe, der Nachwuchs- und Fachkräftemangel diesen aber leicht ausbremse. Genau hierfür sei ein solcher Wandel aber unverzichtbar, denn das Image des Handwerks stehe bei der Berufswahl ebenso im Fokus. „Es macht Spaß Metzger zu sein und das müssen wir auch zeigen!“ Er forderte von Politik und Verbraucherschutzverbänden eine intensive Zusammenarbeit mit den Metzgern, denn „Verbraucherschutz mit Maß und Ziel, der die Kunden in ihrer Kaufentscheidung wirklich unterstützt muss das Ergebnis sein“. Das Thema Tierwohl dürfe nicht zum Marketingwerkzeug verkommen, so Schlagbauer.

Die Veränderungsprozesse in der Metzgerei sprach auch Anselm Bilgri an. Der ehemalige Prior des Klosters Andechs, der heute Wirtschaftsunternehmen berät, machte deutlich, dass der Wandel das Normale ist. „Die Erhaltung des Stillstandes kostet die Betriebe mehr Kraft und Ressourcen als das Gehen mit der Zeit.“ Zum Nachdenken regte auch Prof. Dr. Dr. Manfred Gareis von der Ludwig-Maximilian-Universität in München in seinem Vertrag an. Er referierte über das Thema Tierwohl und riet den handwerklichen Betrieben bei ihren hohen Standards zu bleiben und die regionalen Kontakte zu den Landwirten zu pflegen. Das sei einer der besten Beiträge, den man zum Tierwohl leisten könne. So könne man sich vom Discounter oder Supermarkt absetzen.

Georg Schlagbauer machte daher deutlich, dass der Verbraucher mit seiner Kaufentscheidung vieles in der Hand habe, „denn auch in Zeiten der Digitalisierung ist der Metzger des Vertrauens die beste Wahl, ob an der Theke, am Automaten, auf dem Markt oder im Internet. Das Metzgerhandwerk 2.0 sorgt weiter für Genuss!“