Bayerns Obermeister tagten

Erstmals als Landesinnungsmeister begrüßte Konrad Ammon jun. die Obermeister und Delegierten der bayrischen Innungen zur Obermeistertagung sowie außerordentlichen Mitgliederversammlung in Nürnberg und rief seine Kollegen zum Zusammenhalt auf. „Wir wollen die Dinge offener und transparenter angehen“, betonte der Landesinnungsmeister und appellierte sich künftig weniger in Streitigkeiten zu verlieren und stattdessen gemeinsam an Lösungen aktueller Herausforderungen zu arbeiten. Gerade nach dem plötzlichen Rücktritt seines Vorgängers im Juni sei der Zusammenhalt in der Geschäftsstelle des Verbandes sowie die Zusammenarbeit im Vorstand sowie mit dem Hauptgeschäftsführer Rainer Hechinger vertrauensvoll und sachlich gewesen. Dies wolle er fortführen.

Vor der eigentlichen Tagung, die zum dritten Mal im Nürnberger Arvena-Park-Hotel stattfand, standen in der außerordentlichen Mitgliederversammlung noch einige personelle Entscheidungen sowie Beschlüsse an: Da der Landsberger Obermeister Michael Moser im Juli in den Gesamtvorstand gewählt wurde, wurde ein neues Mitglied im Rechnungsprüfungsausschuss sowie dessen Vertreter gewählt. Die Wahl fiel jeweils einstimmig auf den Kassier der Fleischer-Innung Nürnberg, Stefan Wolf(42), sowie den Obermeister der Innung Lauf-Hersbruck, Manfred Weber (48). Neuer Vorsitzender der Tarifkommission für den Rest der Wahlzeit ist der stv. Landesinnungsmeister Werner Braun. Zudem stimmten die Delegierten mit 48 von 58 Stimmen für einen Beschluss, der es dem Vorstand bei 2/3-Mehrheit der Stimmen in eiligen Angelegenheiten zusätzlich zu regulären Vorstandssitzungen ermöglicht in einen schriftlichen Umlaufverfahren Entscheidungen zu treffen. Ziel dabei sei es, im Konsens mit den Vorstandskollegen zu entscheiden, so Konrad Ammon jun.

Bei den beiden Vorträgen bei der Obermeistertagung standen zwei aktuelle Herausforderungen im Fokus: die Umsatzbesteuerung von Innungen sowie der Themenkomplex Ferkelkastration/Ebermast. Zum ersten Thema referierte der Leiter der Abt. Steuer- und Finanzpolitik beim Zentralverband des Deutschen Handwerks, Carsten Rothbart, der dazu riet, dem Finanzamt schriftlich mit einer Optionserklärung bis 31.12.2016 mitzuteilen, dass das bisherige Recht in Anspruch genommen werde. Die Umsatzsteuerpflicht gilt vor allem für Innungen, die wirtschaftlich sehr aktiv seien und über 17.500 Euro/Jahr einnehmen. Bis zum Inkrafttreten des nun EU-konformen Gesetzes gilt eine Übergangsfrist bis 31.12.2020, da auch Kommunen, Bundesländer, Kirchen oder IHK's davon betroffen sind. „Alternativen in der Ferkelkastration und Ebermast“ stellte der Veterinär und langjährige Leiter des Tiergesundheitsdient Bayern e.V., Dr. Gerhard Wittkowski, vor. Seiner Meinung nach sei die Ebermast keine Alternative zur Ferkelkastration, da sie mehr Schmerzen für die Tiere verursache. Zudem gingen mit den Verkauf von Eberfleisch große Kommunikationsprobleme für handwerkliche Metzger einher (Stichwort: Stinkerfleisch). Bis zum Inkrafttreten des § 1 des Tierschutzgesetzes am 1.1.2019 seien als realistische Alternativen vor allem die Lokalanästhesie durch geschulte Landwirte, wie sie in Schweden praktiziert wird, oder das „spanische Modell“ zu nennen, bei dem es nur 75-kg-Schweine gibt, was aber zu kleineren Teilstücken führt. Landesinnungsmeister Konrad Ammon jun. plant gemeinsam mit dem Verband für 2017 eine umfangreiche Studie zu diesem Thema und betonte: „Wir brauchen starke Fachverbände, die die Politiker für unsere Probleme sensibilisieren“ und versprach sein Möglichstes dafür beizutragen. Ebenso wird der Fleischerverband Bayern 2017 eine detaillierte Mitgliederbefragung durchführen, sachlich und konstruktiv, deren Ergebnisse auf der Obermeistertagung im kommenden November vorgestellt werden sollen. www.fleischerverband-bayern.de

 

Foto: Theimer

Autor: mth/Fleischer-Handwerk

 © Artikel erschienen bei fleischnet.de

Neuer Rechnungsprüfungsausschuss

Neue Mitglieder
Stefan Wolf aus Nürnberg (2.v.l.) und Manfred Weber aus Lauf-Hersbruck (1.v.l.). Rechnungsprüfer Engelbert Jais (3.v.l.) Michael Moser Vorstandsmitglied und Schatzmeister

Staatsehrenpreis 2016

Das bayerische Fleischerhandwerk gratuliert den Preisträgern des Staatsehrenpreises 2016:

Metzgerei Dees Partyservice & Catering, Würzburg/Zellerau

Metzgerei Fischer, Neuhaus/Inn

Metzgerei Max Gruber, Großweingarten

Metzgerei Erich Kanefzky, Unterthürheim

Metzgerei Hans Lotter, Sulzbach-Rosenberg

Metzgerei Maischberger, Buchloe

Metzgerei Manfred Max Fleischerfachgeschäft, Hof

Metzgerei Rehle, Immenstadt

Metzgerei Karl Alois Schuster, Wiggens- bach/Ermengerst

Metzgerei Dr. Ludwig Stuhlberger, Wartenberg